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Sprengstoff-Alarm auf A93 an der deutsch-österreichischen Grenze: Polizei findet Material für Rohrbomben

Polizeifahrzeuge stehen am 30.09.2016 bei Kiefersfelden (Bayern) an einer Kontrollstelle. „Sprengstoffähnliche Gegenstände“ sind dort in der Nacht in einem Auto auf der Autobahn 93 gefunden worden und haben einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.
Polizeifahrzeuge stehen am 30.09.2016 bei Kiefersfelden (Bayern) an einer Kontrollstelle. „Sprengstoffähnliche Gegenstände“ sind dort in der Nacht in einem Auto auf der Autobahn 93 gefunden worden und haben einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. FOTO: Josef Reisner (dpa)
Kiefersfelden. Bei einer Routine-Kontrolle am deutsch-österreichischen Grenzübergang stößt die Polizei in einem Auto auf Waffen und Material zum Bau von Rohrbomben. Vier Männer werden festgenommen. Sprengstoffexperten und ein Großaufgebot an Sicherheitskräften sind im Einsatz.

Material für den Bau von Rohrbomben sowie mehrere Waffen hat die Polizei in einem Auto am deutsch-österreichischen Grenzübergang bei Kiefersfelden entdeckt. Die vier Männer in dem Wagen wurden festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft, wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte.

Die Beamten hatten die verdächtige Ladung bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn 93 entdeckt. Nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) handelte es sich bei den „sprengstoffähnlichen Gegenständen“ um drei Rohre, wahrscheinlich Schwarzpulver und mögliche Zündvorrichtungen. Funktionstüchtig waren die Bomben nicht. Sprengstoffexperten des LKA prüfen nun, ob es wirklich Schwarzpulver ist und woher es stammen könnte. Noch seien viele Fragen offen, sagte ein LKA-Sprecher: Etwa wie die Männer genau in Zusammenhang stehen, wo sie herkamen und wo sie hinwollten.

Offenbar wollte der Fahrer, ein 38 Jahre alter Pole, die drei Afrikaner von der Elfenbeinküste und aus Guinea im Alter von 20, 29 und 37 Jahren illegal nach Deutschland einschleusen. Die drei Afrikaner hatten keine Papiere bei sich.

Auch zu den Waffen gibt es weitere Ermittlungen. Denn neben dem Sprengstoff fand die Polizei in dem schwarzen Mittelklassewagen Hieb- und Stoßwaffen wie etwa Messer sowie Betäubungsmittel. Wo genau sich die Waffen und das verdächtige Material befanden, wollte das LKA mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht sagen.

Das Auto war den Beamten am Donnerstag gegen 22.30 Uhr bei einer Überprüfung aufgefallen. Nach dem Fund des verdächtigen Materials wurde die Autobahn in beiden Richtungen stundenlang gesperrt - ebenso wie eine direkt daneben liegende Raststätte. Ein Großaufgebot von Bundes- und Landespolizei war im Einsatz. Kurz vor 6.00 Uhr wurde Entwarnung gegeben. „Es bestand keine Explosionsgefahr“, sagte ein Polizeisprecher. Die Sperrung der Autobahn wurde aufgehoben.

Die Bundespolizei wertete den Fund als Erfolg: „Man sieht: Die Grenzkontrollen bringen was“, sagte eine Sprecherin. Erst am Donnerstag hatte das Münchner Landgericht einen Mann aus Montenegro, der im November 2015 mit einem Auto voller Waffen auf dem Weg nach Paris erwischt wurde, zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Mann war wenige Tage vor den Pariser Terroranschlägen an der A8 nahe Rosenheim von der Polizei aufgegriffen worden.