Neubaugebiete auf dem Land haben kaum noch Zukunft - Zahl der Bauplätze soll beschränkt werden

Neubaugebiete auf dem Land haben kaum noch Zukunft - Zahl der Bauplätze soll beschränkt werden

Schluss mit dem Wildwuchs bei Neubaugebieten: Künftig dürfen Gemeinden neue Baugrundstücke nur noch bis zu einer bestimmten Anzahl ausweisen. Das sieht das neue, derzeit noch in der Abstimmung befindliche Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) vor.

Die Zahl der Baugrundstücke wird reguliert. "Künftig können Neubaugebiete nur noch bei Bedarf ausgewiesen werden", erklärt Roland Wernig, Leitender Planer bei der Planungsgemeinschaft Region Trier und zuständig für die Ausgestaltung des Landesentwicklungsprogramms in der Region. Bislang haben die Gemeinden die Planungshoheit für ihr Gebiet und können sogenannte Bauleitpläne aufstellen. Ziel dieser Bauleitplanung ist es, die städtebauliche Entwicklung in Stadt und Land zu ordnen. Demnächst werde der Bedarf an neuen Bauflächen von der Planungsgemeinschaft für alle Verbandsgemeinden und für Trier festgelegt, sagt eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums. Ziel soll es sein, die Zahl neuer Baugrundstücke zu reduzieren und sich in Orten auf die Sanierung vorhandener Gebäude zu konzentrieren.
Das sei der richtige Weg, um auch der demografischen Entwicklung, also der schrumpfenden Bevölkerungszahl, zu begegnen, sagt der Aachener Professor für Stadtentwicklung, Dirk Vallée. "In der mittleren Zukunft werden wir weniger junge und mehr alte Menschen haben. Daher muss man sich sehr gründlich überlegen, wo man noch Siedlungsentwicklung betreibt", sagt Vallée im Interview mit unserer Zeitung. Doch gerade in ländlichen Gebieten wie im Eifelkreis Bitburg-Prüm und in Trier-Saarburg sind in den vergangenen Jahren etliche Neubaugebiete, vielerorts auch über dem Bedarf, aus dem Boden gestampft worden - wegen der Nähe zu Luxemburg. Laut Statistischem Landesamt kamen im vergangenen Jahr im Eifelkreis auf 10.000 Einwohner 12,9 Baugenehmigungen, landesweit waren es 6,2. Doch mancherorts stockt die Nachfrage, Grundstücke bleiben unbebaut.
Nach einer Studie im Auftrag des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft leiden ländliche Regionen in Rheinland-Pfalz mehr unter der Überalterung der Gesellschaft als Städte wie etwa Trier. In das Oberzentrum wanderten immer mehr junge Leute aus dem Umland. Das wiederum macht sich bei den Preisen bemerkbar. Im Schnitt 230 Euro kostet in Trier der Quadratmeter Bauland, in Bitburg sind es zwischen 40 und 115 Euro.