Angst vor Schwarzarbeit

TRIER/MAINZ. (red) Mit einem Anstieg der Schwarzarbeit im kommenden Jahr um bis zu 200 Millionen Euro allein in Rheinland-Pfalz infolge der Erhöhung der Mehrwertsteuer und anderer gesetzgeberischer Maßnahmen rechnet das Handwerk. Dies teilt die Handwerkskammer Trier (HWK) im Namen der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern des Landes mit.

Die HWK beruft sich dabei auf Berechnungen des Linzer Volkswirtschaftlers Professor Schneider, der bundesweit ein Anwachsen der Schattenwirtschaft um 2,9 bis 4,1 Milliarden Euro voraussagt. Seine Schätzungen gründen sich im Wesentlichen auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte ab 1. Januar 2007. Bezogen auf Rheinland-Pfalz werde demnach allein die Mehrwertsteuererhöhung mit 150 bis 250 Millionen Euro, die Erhöhung der Versicherungsbeiträge für Minijobs mit 125 bis 175 Millionen Euro und der Wegfall der Eigenheimzulage mit 25 bis 40 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dagegen werde die Senkung der Lohnnebenkosten und die jüngst eingeführte Steuerabzugsmöglichkeit aus Handwerkerrechnungen den Anstieg der Schattenwirtschaft bei weitem nicht kompensieren können, glaubt die Kammer. Nach Überzeugung des Handwerks sollten diese Zahlen für das Land Anlass sein, eine spürbare Verbesserung der Schwarzarbeitsbe-kämpfung umzusetzen. Am notwendigsten ist die Finanzierung von Außendienstmitarbeitern zur Schwarzarbeitsbekämpfung bei den Kreis- und Stadtverwaltungen.