Ortsentwicklung: Das Müll-Thema hat sich fast von selbst entsorgt

Ortsentwicklung : Das Müll-Thema hat sich fast von selbst entsorgt

Aus der vom Abfall-Zweckverband Region Trier geplanten Errichtung einer Müllumladestation im Gewerbepark bei Fließem wird nichts.

Sie waren mit ausreichend Personal angerückt, um die Teilnehmer der Bürgerversammlung in Fließem zu informieren und vor allem, um sie zu beruhigen. Sogar Geschäftsführer Max Monzel war bei der Veranstaltung Ende Mai mit dabei. Immer wieder wiesen die Vertreter des Abfall-Zweckverbands Region Trier (ART) an diesem Abend darauf hin, dass durch die von ihnen geplante Müllumladestation samt Wertstoffhof im Kommunalen Wirtschaftspark A60/Fließem keine nennenswerten Auswirkungen auf die Umgebung zu erwarten seien. Und dass alles in einem sauberen und abgetrennten Bereich ablaufen werde.

Doch so wirklich überzeugen konnte die ART die Bürger und Gewerbetreibenden nicht. Die deutliche Mehrheit derjenigen, die sich zu Wort meldeten, ließ keinen Zweifel daran, dass sie eine Müllumladestation in ihrer Nachbarschaft nicht haben will. Und wie es nun aussieht, hat sich das Thema auch erledigt.

So benötigt der Zweckverband für die Errichtung der Anlage zwar nicht die Zustimmung der Bürger, dafür aber ein bestimmtes Grundstück. Das jedoch steht inzwischen nicht mehr zum Verkauf. Wie die ART auf Anfrage mitteilt, ist der Eigentümer, ein Landwirt aus Fließem, nun doch nicht mehr bereit, das rund 25 000 Quadratmeter große Grundstück an den Zweckverband zu verkaufen. Laut ART-Chef Monzel seien die Notarverträge bereits ausgefertigt gewesen. Doch kurz vor Vertragsabschluss habe der Grundstückseigentümer einen Rückzieher gemacht.

Dass diese Entscheidung des Landwirts womöglich durch die aufgeladene Stimmung im Dorf und im angrenzenden Gewerbegebiet beeinflusst wurde, will Monzel nicht bewerten. Er bedauert allerdings, dass die Gegner des Bauvorhabens nicht zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit gewesen seien. „Wir haben die Kritiker dazu aufgefordert, uns in die Pflicht zu nehmen“, sagt er. So habe der ART angeboten, die Interessen und Anregungen der Bevölkerung bei der Planung zu berücksichtigen, so Monzel, doch sei niemand auf dieses Angebot eingegangen. Gleiches gelte auch für die von ihm in der Bürgerversammlung ausgesprochene Einladung zum Besuch des ART-Entsorgungszentrums in Mertesdorf. Damit sich die Gegner selbst ein Bild von der Arbeitsweise des Zweckverbands machen könnten. Doch auch auf diesen Vorschlag habe es keine Reaktionen gegeben.

Für die ART bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich nun nach einem anderen Standort umschauen muss. Für die Unternehmer des Gewerbeparks, die gegen die geplante Müllumladestation protestiert hatten, könnte das wiederum ein Grund zum Feiern sein. Doch die Freude wird getrübt durch die Angst, dass sich die ART nun nach einem anderen Grundstück im Fließemer Gewerbepark umschauen könnte. „Wir sind da etwas skeptisch“, sagt Sandra Scholtes von der im Gewerbegebiet ansässigen Firma Scholtec.

Wolfgang Klaas vom Zweckverband des Wirtschaftsparks kann diese Sorge nicht teilen. Zumal der Mitarbeiter der VG-Verwaltung Bitburger Land es ohnehin bedauert, dass aus dem Vorhaben nun nichts wird. Gespräche für einen anderen Standort in Fließem gebe es nicht. „Wir wüssten auch gar nicht, wo wir den Betrieb sonst ansiedeln sollten“, sagt Klaas.

Das wiederum aber weiß Helmut Berscheid vom Zweckverband Flugplatz Bitburg. Denn wie Berscheid erklärt, gebe es seitens der ART auch konkretes Interesse an einem Grundstück auf dem Flugplatz. Und zwar in dem Bereich, wo ohnehin bereits Bau-, Entsorgungs- und Recyclingbetriebe angesiedelt sind. Das Problem dort sind allerdings die zum Vorschein gekommenen Bodenbelastungen (der TV berichtete). „Wir sind aber optimistisch, da eine Lösung zu finden“, sagt Berscheid. Sollten sich die Eigentümerin der Fläche, die Bundesanstalt für Immobilien (Bima), und die ART einig werden, würde das der Zweckverband Flugplatz Bitburg auf jeden Fall sehr begrüßen. Nach Auffassung von Berscheid wäre der Flugplatz ohnehin der geeignetere Standort. Und dort ist wohl auch kaum mit Widerstand zu rechnen.