1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Der kürzeste Weihnachtsmarkt aller Zeiten

Der kürzeste Weihnachtsmarkt aller Zeiten

Nur ein kurzes Gastspiel hatten der traditionelle Weihnachtsbaum und zwei Hütten auf dem Johannismarkt in der Prümer Innenstadt. Weil sich die Geschäftsleute der umliegenden Läden nicht einig wurden, mussten Tannenbaum und Hütten wieder weichen.

Prüm. (sn) Baum hin, Baum weg: Alle Jahre wieder wird ein Weihnachtsbaum auf dem Johannismarkt aufgestellt. Alle Jahre? Nein. In diesem Jahr nicht. Nach der Neugestaltung des Platzes fiel auch der alte Standort des Baumes weg. Ein neuer musste gefunden werden. Dieser sollte neben der Johannisstatue sein. Das Problem dabei: Zwei (nicht gekennzeichnete) Parkplätze wären vorübergehend weggefallen. Das gefiel einigen aus dem Gewerbeverein nicht.

Die Vorsitzende Christina Kausen argumentiert: "Das können wir gerade in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit nicht akzeptieren." Also musste der Baum wieder weg. Trotzdem müssen die Prüm-Besucher nicht auf weihnachtliche Atmosphäre verzichten, denn der Gewerbeverein sponsert jährlich mehr als 20 Weihnachtsbäume, die im Stadtgebiet aufgestellt werden.

Einen Weihnachtsmarkt gibt es schon länger nicht mehr. "Wenn einer eine zündende Idee hat, sind wir gerne bereit, wieder etwas auf die Beine zu stellen", sagt Christina Kausen, doch bisher sei kein Konzept in Sicht. Und außerdem: Einen Weihnachtsmarkt hat doch jeder. Eine Eisparty nicht. Die gibt es dafür in Prüm. Auch in diesem Jahr wieder am 27. Dezember.

Frust und Zank in der alten Abteistadt



Neue Ideen hatten Sabine Klöckner (Oliver Moden) und Hans Schmitz (Drogerie am Johannismarkt). Sie wollten zwei Hütten auf der neuen Terrasse aufbauen, um dort Waffeln, Glühwein und andere Leckereien anzubieten. Doch da hatten sie die Rechnung ohne ihre Mitbewerber gemacht.

Da blieb der Frust nicht aus. Hans Schmitz verzichtete auf den Aufbau seiner Hütte, "weil ich so viele Steine seitens der Kollegen in den Weg geräumt bekam." Auch der Abbau des Weihnachtsbaums stimmt ihn traurig. Statt schöner, romantischer Ecken bekäme man nun Blechlawinen in Prüm geboten.

Um des lieben Friedens willen trennt sich auch Sabine Klöckner wieder von ihrer Hütte. Und sich um einen Baum streiten, möchte sie auch nicht. Begeistert von der Initiative war Bürgermeisterin Mathilde Weinandy. "Super! Da passiert ja was", dachte sie spontan. "Da kommt eine Gemeinschaft zustande, die auch in Zukunft trägt." Natürlich habe jeder ein Recht auf seine Sicht, dennoch finde sie es schade, dass der Versuch im Keim erstickt wurde.

Doch Klöckner und Schmitz wollen es im nächsten Jahr wieder versuchen: "Vielleicht klappt es ja, wenn wir uns mal in Ruhe zusammensetzen", meint er. Und sie sagt: "Natürlich machen wir nicht alles richtig, aber man könnte ja auch mal was Neues ausprobieren."

Liebe Leser, Ihre Meinung ist gefragt: Wäre es schön, auf dem Johannismarkt mit Tannenbaum, Glühweinstand und Gebäck weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen, oder sind gerade in der Weihnachtszeit die Parkplätze unverzichtbar? Schicken Sie uns Ihre (bitte möglichst kurz gehaltene) Meinung an eifel-echo@volksfreund.de! Name und Wohnort nicht vergessen.