Ein Haufen Ärger

BITBURG. Mit einem Brief an Hundehalter hat die Stadt Bitburg versucht, der zunehmenden Verschmutzung von Spielplatz und Grünanlagen im Bereich Leuchensang Herr zu werden. Allzu viel zu befürchten haben Hundehalter nicht. Im vergangenen Jahr wurde kein einziges Bußgeld wegen der Verschmutzung durch Hundekot verhängt.

Auch "Fiffi", "Struppi" und "Rex" haben ihre Bedürfnisse und müssen ihr Geschäft verrichten. Das geschieht in jüngster Zeit besonders gern und häufig im Norden der Stadt. "Es hat zahlreiche Beschwerden über Verunreinigungen des Spielplatzes und der Grünanlage im Bereich Leuchensang gegeben", sagt Werner Krämer, Sprecher der Stadt Bitburg. Kein einziger Hundehalter musste zahlen

Mit einem Brief an die Hundehalter aus diesem Stadtquartier hat nun das Ordnungsamt versucht, etwas gegen die Hundehaufen zu tun. Ob dieser Brief von Ordnungsamtschef Erich Grün etwas nutzen wird, hängt wohl vor allem von der Einsicht der Hundebesitzer ab. Zwar droht Herrchen und Frauchen ein Bußgeld, falls "Struppi" sein Geschäft wieder einmal auf dem Spielplatz verrichtet. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass es nahezu unmöglich ist, die Verursacher dingfest zu machen. Logische Konsequenz: Im vergangenen Jahr musste kein einziger Hundehalter für Hundehaufen im Sandkasten oder in einer Grünanlage zahlen. Laut Werner Krämer gebe es gleich mehrere Wege, wie die Besitzer der Hunde zur Kasse gebeten werden können. "Eine solche Ordnungswidrigkeit kann durch private Anzeige oder durch Zufall festgestellt werden - beispielsweise wenn städtische Arbeiter oder eine Politesse jemanden sehen und es melden", teilt Krämer mit. Einen städtischen Bediensteten zur Kontrolle abzustellen, sei nicht geplant. Bei einer solchen Hunde-Polizei stehe der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag. Dass immer wieder einzelne Plätze in der Stadt als Hundeklo auserkoren und missbraucht werden, hat schon so etwas wie Tradition in Bitburg und ist wohl der Bequemlichkeit einiger Hundehalter geschuldet. Vor nicht allzu langer Zeit war der Bereich Bahnhofstraße/Weiherstraße/Güterstraße und insbesondere der Radweg am Bahnhof der bevorzugte Tummelplatz für Hunde, die nach Erleichterung suchten. Auch der Stahler Sportplatz oder sogar die Friedhöfe im Stadtgebiet mussten in den vergangenen Jahren bereits als Hundeklos herhalten. Wie wenig sich seit Jahren einige Hundehalter um die übel riechenden Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmern, zeigt sich bei einem Blick in die Geschichte. Anfang der 80er-Jahre gab es sogar einige Automaten in der Stadt, an denen Hundehalter entsprechend konstruierte Papp-Tüten für die Haufen ihrer Hunde ziehen konnten. Sie standen beispielsweise an der Post und am Maximiner Wäldchen. "Die Tüte kostete zehn Pfennig", erinnert sich Werner Krämer. Diese Automaten seien jedoch überhaupt nicht angenommen worden. Als die Tütenspender dann einige Jahre später witterungsbedingt kaputtgegangen waren, wurden sie abgenommen und entsorgt. "Die Tüten, soweit noch brauchbar, wurden verschenkt", sagt der Sprecher der Stadt. Ende der 80er-Jahre wurde eigens eine Hundetoilette im Maximiner Wäldchen angelegt. "Die gibt es immer noch, wird aber auch nicht genutzt", sagt Krämer. Hundebesitzer begründeten dies damit, dass sich ihre Tiere nicht vorschreiben ließen, wo sie ihr Geschäft verrichten sollen. Die Bequemlichkeit der Herrchen ist schuld

Dass es so viele Hunde wie auf Kommando und aus eigenem Entschluss auf den Spielplatz und die Wiesen im Leuchensang drängt, scheint in diesem Zusammenhang allerdings zweifelhaft. Es hat wohl eher etwas mit der Bequemlichkeit der Herrchen und Frauchen zu tun.