Ein Mann sieht rot

Mein Vetter Johann aus den Tiefen des Isleks hat auf seinem alten, roten Mc Cormick-Traktor noch ein PRÜ-Nummernschild. Das will er nicht hergeben. Denn Johann sagt von sich, dass er traditionsbewusst ist.

Ich sage über Johann, dass er einer von den Dickschädeln aus dem Altkreis ist, die nicht wahrhaben wollen, dass wir Bitburger die Prümer übernommen haben. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls will Johann partout nicht umsteigen aufs neue Nummernschild. Mein Vetter scheint mit dem Bitburger Bürgermeister verwandt zu sein. Nicht nur deshalb, weil des einen Traktor und des anderen neuer Flitzer jeweils mit Heizöl befeuert wird. Nein, auch Joachim Streit hängt an der Buchstabenkombination auf dem Nummernschild seines Wagens. Er will, so habe ich gehört, das Kennzeichen "BIT OK 1" nicht hergeben. Muss er aber, weil Joachim Streit mit neuem Wagen unterwegs ist. Und so fährt er aus lauter Trauer erst einmal mit schwarzem Wagen und rotem Nummernschild durch die Gegend. Angesichts der anstehenden Landratswahlen soll Landrat Roger Graef übrigens die Anweisung gegeben haben, dem Bitburger Bürgermeister die Nummer "BIT KO 1" zuzuweisen. Das wiederum fand der derzeitige Inhaber des Nummernschilds nicht nett. Und auch "Ökki" Streit fand das gar nicht O.K. Diese Nummer solle doch gefälligst derjenige nehmen, der für die Christdemokraten ins Rennen um den Landratsposten gehen soll, meinte der FWG-Mann. Somit kann der derzeitige "BIT KO 1"-Inhaber wohl erst einmal beruhigt weiterfahren. Denn einen Bewerber für das Erste Amt im Landkreis haben die Schwarzen nicht aufzuweisen. Am Ende muss sich die CDU dann doch im Altkreis Prüm umschauen. Nicht bei meinem Vetter Johann, aber vielleicht im Islek.