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Historisches Handwerk hautnah erleben

Historisches Handwerk hautnah erleben

Vom Papierschöpfen übers Drucken bis hin zum Buchbinden zeigt der Auwer Künstler Martinus Janssen ab Sonntag, 14. September, im neuen Buchbindermuseum im Konvikt jeden Schritt, der für die Entstehung eines Buches wichtig ist.

Prüm. Auch wenn seit vielen Jahren das Ende des gedruckten Buches heraufbeschworen wird, dürfte allen Unkenrufen zum Trotz eine Welt ohne Gedrucktes und Gebundenes noch in weiter Zukunft liegen. Bücher sind auch in digitalen Zeiten allgegenwärtig. Das seit Jahrhunderten überlieferte Handwerk der Buchbinder, Drucker und Papierschöpfer hingegen steht kaum im Licht der Öffentlichkeit. Dass die klassischen "Gutenbergberufe" aber nichts mit Hexerei zu tun haben, zeigt ab Sonntag, 14. September, das Projekt "Buchbinderei 1600" im Konvikt "Haus der Kultur".
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Buchbindermuseum in Mainz hat der Buchbinder und Künstler Martinus Janssen dort eine Werkstatt eingerichtet, in der er das Wissen über das uralte Handwerk demnächst in Kursen weitergeben wird. Bei Tages- und Wochenworkshops sollen demnächst vor allem junge Menschen angesprochen und für das Handwerk begeistert werden. Der Verein "Deutsches Buchbindermuseum" unterstützt das auf Dauer in Prüm angelegte Projekt mit neu erworbenen Werkzeugen und Geräten. Ein Teil der Einnahmen aus den kostenpflichtigen Kursen, die Martinus Janssen im Prümer Projektraum anbieten wird, geht an das Deutsche Buchbindermuseum in Mainz. Als gelernter Buchbinder und Feinmechaniker hat Janssen sich mit den Jahren berufsübergreifend weiterentwickelt und ist inzwischen unter anderem durch seine umfassende Kenntnis der historischen Buchbinderei, sowie seiner ausdrucksstarken Skulpturen in der Künstlerszene gefragt (der TV berichtete). red/aff
Die Buchbinderei 1600 wird am Sonntag, 14. September, im Konvikt "Haus der Kultur", Kalvarienbergstraße 1, eröffnet. Das Werkstatt-Programm beginnt um 13 Uhr; um 15 Uhr folgt ein kleiner Festakt.