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Im Notfall gibt es keine Landesgrenze

Im Notfall gibt es keine Landesgrenze

Ab Frühjahr 2010 soll ein grenzüberschreitender Rettungsdienst die schnelle Versorgung von Notfallpatienten auch im benachbarten Belgien sicherstellen. Jetzt wird rechtlich abgesichert, was schon lange gängige Praxis ist. Zusätzlich wird der Rettungsdienst in Winterspelt aufgestockt und soll - auf besondere Anforderung - auch in Belgien eingesetzt werden.

Prüm. (rfi) Bereits seit dem 6. November 1980 existiert ein sogenanntes Rahmenabkommen zwischen Belgien und der Bundesrepublik Deutschland - für den Beistand bei außergewöhnlichen Katastrophen und schweren Unglücksfällen. Jetzt zieht die rheinland-pfälzische Regierung mit einer "ergänzenden Kooperation" nach, "die in besonderen Ausnahmefällen zum Tragen kommen wird", erklärt Innenminister Karl Peter Bruch.

Der von ihm und Lanette Onkelinx, der belgischen Ministerin für soziale Angelegenheiten und Volksgesundheit, unterzeichnete Vertrag ist zum 1. Juli in Kraft getreten. Die neue Vereinbarung umfasst sowohl den grenzüberschreitenden Einsatz von Rettungswagen als auch den Einsatz von Notärzten im jeweiligen Land. Künftig sollen die Leitstellen Trier und Lüttich eine möglichst optimale Vorgehensweise bei Notfällen im Grenzgebiet abstimmen und bei Bedarf auf die Einsatzkräfte des jeweiligen Nachbarlandes zurückgreifen. Damit die Verständigung garantiert ist, "muss ein deutsch sprechender Mitarbeiter in Lüttich ständig verfügbar sein", erklärt Manfred Böttel, Fahrdienstleiter beim Deutschen Roten Kreuz.

Die grenzüberschreitende Hilfeleistung ist nichts Neues, wie Lehrrettungsassistent Christoph Lorse erklärt: "Erst kürzlich versorgten wir einen verunfallten belgischen Motorradfahrer im Grenzort Steinebrück und brachten ihn in das St. Vither Krankenhaus. Für uns ist es egal, ob wir hier oder im benachbarten Belgien Einsätze fahren."

Kooperation mit Luxemburg gewünscht



Eine entsprechende Regelung für Luxemburg gibt es noch nicht, doch sollen laut Information des Innenministeriums in naher Zukunft entsprechende Gespräche mit dem Großherzogtum aufgenommen werden.

Zusätzlich wird ab Frühjahr 2010 in Winterspelt als Außenstelle der DRK Rettungswache Prüm ein voll ausgestatteter Rettungswagen stationiert, der rund um die Uhr besetzt ist. Anlass für diese Maßnahme ist das Untersuchungsergebnis der zuständigen Kreisverwaltung Trier-Saarburg, nachdem einige kleine Gemeinden in den Verbandsgemeinden Arzfeld und Prüm nicht innerhalb von 15 Minuten versorgt werden können. Die Versorgungs-Aufstockung in Winterspelt soll nicht zu Lasten der zentralen Einsatzstelle in Prüm gehen. "Im Notfall können Minuten über Leben und Tod entscheiden", erklärt der Innenminister.