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Kräutertrank entsteht mit Sonnenkraft

Kräutertrank entsteht mit Sonnenkraft

Die alte Abtei Maria Frieden in Dahlem beschreitet moderne Wege: Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach versorgen sich Teile des Klosters mit günstigem und umweltfreundlichem Strom.

Dahlem. (red) Seit über 50 Jahren existiert auf der Dahlemer Binz das Kloster Maria Frieden. Die dort lebenden Schwestern gehören den Zisterzienserinnen von der strengeren Observanz an und praktizieren tagtäglich ein religiöses Leben in christlicher Gemeinschaft. Besondere Bedeutung kommt dabei dem bewussten Umgang mit wertvollen Ressourcen zu, weshalb sich die Ordensfrauen auch entschieden haben, auf ihren Dächern eine moderne Solarthermie- und drei Photovoltaikanlagen installieren zu lassen.

Das klösterliche Leben von Schwester Magdalena Aust und ihren 22 Ordensschwestern ist geprägt durch Gebet, geistliche Lektüre, Liturgie und Arbeit. "Wir versuchen alles Lebensnotwendige selbst zu erwirtschaften und zu erarbeiten, so dass wir unabhängig sind. Unser großer Garten, die Herstellung kirchlicher Gewänder sowie der Verkauf unseres Original-Heilkräuterlikörs Kloster-Kräuter-Trank und anderer Kräuterprodukte zur Hautpflege helfen uns dabei. Früher hat die Landwirtschaft natürlich auch einen großen Teil dazu beigetragen, doch dieser Erwerbszweig ist zurückgegangen. Daher mussten wir neue Lösungen finden, um unser Kloster zukunftsfähig zu machen", erläutert Schwester Magdalena.

Der routinierte Fachhandwerker Johannes Klein kennt das Kloster schon lange. Zusammen mit Josef Poß hat er ihnen während der Planung und Ausführung beratend zur Seite gestanden.

Die drei Photovoltaikanlagen wurden von Klein und drei Mitarbeitern seines Teams auf verschiedenen Klostergebäuden installiert. Jeweils 100 Quadratmeter Dachfläche sind mit der glänzenden Modulschicht überzogen. 66 Module befinden sich auf dem Dach des Haupthauses, 66 weitere auf dem Dach der Likörfabrik und 44 Module auf dem Dach des Rektorats. Alle drei Anlagen haben zusammen eine Leistung von 30 Kilowatt in der Spitze, wobei sogenannte Wechselrichter den solar gewonnenen Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom von 230 Volt umwandeln. Für den eingespeisten Strom erhält das Kloster 43,01 Cent pro Kilowattstunde - und das für 20 Jahre garantiert.

Zusätzlich zu den drei Solaranlagen haben sich die Schwestern auch für die Montage einer Aufdach-Solarthermieanlage entschieden, die nun ebenfalls das Rektoratsdach auf einer Fläche von 12,5 Quadratmetern schmückt. Über einen Pelleltbrenner-Heizkessel werden Warmwasser und Heizungswärme erzeugt.