Rettungsschwimmer vor dem Untergang

Rettungsschwimmer vor dem Untergang

BLEIALF. Der Vorsitzende der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bleialf, Manfred Heinz, hat die Auflösung des Vereins angekündigt. Grund dafür seien fehlende hygienische Voraussetzungen im Schwimmbad. Die Behörden weisen diese Vorwürfe entschieden zurück.

Manfred Heinz möchte den Posten als Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bleialf nicht weiter bekleiden. Da aber niemand bereit sei, das Amt zu übernehmen, werde der Verein zum Jahresende aufgelöst. Wie der frühere Schwimmmeister der Verbandsgemeinde Prüm mitteilte, habe die DLRG-Ortsgruppe ihre Übungsstunden bereits eingestellt. Grund: "Das Bad ist in einem sehr mangelhaften Gesundheits- und Hygienezustand." Behörden widersprechen

Er habe Ende vergangenen Jahres Chlorwerte gemessen, die "doppelt so hoch wie erlaubt" gewesen seien. Zudem müssten die Aktiven des 110 Mitglieder starken Vereins zu den Prüfungen nach Cochem fahren, weil die Wassertiefe nicht gegeben sei. Lediglich die Seepferdchen-Prüfung könne abgenommen werden, moniert er. Heinz: "Wir können dort keine ordentliche DLRG-Arbeit durchführen." Manfred Heinz, der aus gesundheitlichen Gründen (starke Chlorbelastung) im Jahr 2000 in Rente gegangen ist, kritisiert zudem, dass im Februar dieses Jahres einem Kind ein Kleiderhaken auf den Kopf gefallen sei. Seit diesem Vorfall gebe es nun keine Übungsstunden mehr.Gesundheitsamt nimmt regelmäßig Proben

Die zuständigen Behörden widersprechen den Behauptungen von Manfred Heinz unterdessen mit Nachdruck. Laut Stephan Schmitz-Wenzel von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm nimmt das Gesundheitsamt regelmäßig Wasserproben. Vermehrt sei das Wasser im Beschwerdezeitraum Dezember 2005 kontrolliert worden, wobei nie etwas zu beanstanden gewesen sei. Zuletzt habe man am 7. März Proben entnommen, die allesamt unauffällig gewesen seien, betont Schmitz-Wenzel. Kein Verständnis für die Aufregung hat auch Georg Geimer, der bei der Verbandsgemeinde Prüm für die Bäder zuständig ist. Was die Arbeit des privaten Betreibers angehe, habe es nie Beanstandungen gegeben. Bei dem Vorfall mit dem Kleiderhaken handele es sich um einen "bedauerlichen Zufall". Geimer: "Ich weiß, wie es beim Schulschwimmen manchmal zugeht." Gleichzeitig lobt Georg Geimer die Eigenleistung des niederländischen Betreibers van der Horst: "Das ist mehr als anerkenneswert." Die Familie van der Horst wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

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