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Richter Oliver Emmer verlässt Amtsgericht Bernkastel-Kues

Richter Oliver Emmer verlässt Amtsgericht Bernkastel-Kues

Der neue Chef ist im Dienst: Oliver Emmer hat seine Arbeit als Direktor des Amtsgerichts Prüm aufgenommen. Der TV hat mit dem 50-Jährigen gesprochen, der vorher als Richter in Bernkastel-Kues eine Institution war.

Bernkastel-Kues/Prüm. "Ich denke, dass wir dem Bürger zum einen eine Hilfe sein möchten und müssen", sagt Oliver Emmer, neuer Chef des Amtsgerichts Prüm. "Aber ich fordere von den Bürgern auch den Respekt ein, den man vor einem Gericht haben sollte." Mit dieser Ansage tritt Oliver Emmer seinen Posten als neuer Direktor des Amtsgerichts Prüm an.
Emmer ist 50 Jahre alt und hat mit Staatsanwältin Elke Schmitten zwei Kinder. Seit 20 Jahren ist er Richter, die Familie wohnt in der Nähe von Trier. Es sei immer sein Ziel gewesen, "Direktor eines Amtsgerichts zu werden. Diese Chance bietet sich in Prüm". Er hat durchaus Erfahrung an der Spitze eines Amtsgerichts: Die Direktorin in Bernkastel-Kues hat er während ihrer Elternzeiten vertreten. Er ist vor allem mit Strafsachen und Familienrecht befasst. In Bernkastel-Kues brachte er zudem Schülern die Justiz näher. Viele Dinge seien ihm aus dem bisherigen Berufsleben in Erinnerung geblieben: "Etwa die Rentnerin, die von Kriminellen ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans." Aufgefallen sei ihm auch eine steigende Zahl von Fällen mit Gewalt in der Partnerschaft. Aber der Beruf hat auch positive Seiten: "Im Jugendstrafrecht", sagt er, "erlebt man es manchmal, dass Angeklagte, wenn man sie wieder trifft, sagen: Es war gut, dass ich damals von Ihnen einen Schuss vor den Bug bekommen habe."
Man werde vermutlich keinen Ex-Angeklagten finden, "der nicht sagen würde, dass er bei mir nicht eine Chance bekommen hätte. Manchmal auch zwei." Kapiere es ein Delinquent dann noch nicht, "muss man anfangen, Zähne zu zeigen". fpl/cb
Extra

Nach seinem Jura-Studium, dem Referendariat und kurzer Tätigkeit als Anwalt trat Oliver Emmer als Richter auf Probe beim Landgericht Trier in den Justizdienst des Landes ein. In Bernkastel-Kues war er ab 2001 vornehmlich als Vorsitzender des Schöffen- und Jugendschöffengerichts sowie als Strafrichter tätig. red/fpl