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Tourismus
Neue Pläne für Felsencamp und Haus Dauwen

 Das Haus Dauwen in Ferschweiler.
Das Haus Dauwen in Ferschweiler. FOTO: Holger Weber
Ernzen/Ferschweiler. Das Felsencamp in Ernzen hat neue Eigentümer. Die Südeifel Tourismus GmbH hat sich von der Einrichtung getrennt, ebenso vom Haus Dauwen in Ferschweiler. Die Ortsgemeinde möchte das ehemalige Feriendomizil zukünftig anders nutzen. Von Stefanie Glandien
Stefanie Glandien

Inmitten der Natur mit viel Platz zum Laufen, Spielen und Toben liegt das Felsencamp im Naturpark Südeifel. Ganz in der Nähe befinden sich Dinopark, Teufelsschlucht und das luxemburgische Wandergebiet Müllerthal.

Die Felsenland Südeifel Tourismus GmbH hat  im Februar 2018 das Camp in Ernzen verkauft. Auch der Betrieb des Gästehauses Dauwen in Ferschweiler wurde Ende 2018 beendet. „Wir haben uns von den Einrichtungen getrennt, weil wir uns verschlanken wollen“, sagt Elke Wagner, die bei der Südeifel Tourismus GmbH für die Pressearbeit zuständig ist. Stattdessen wolle man sich auf das touristische Kerngeschäft konzentrieren.

Etwa 18 Jahre lang hat sich das Unternehmen um das Felsencamp in der Südeifel gekümmert. Zuvor war die Gemeinde Ernzen für Zeltplatz und Holzhütten zuständig. „Wir wurden damals vom Bürgermeister gefragt, ob wir die Hütten vermieten können“, sagt Elke Wagner. Doch dann sind die Aufgaben für die Touristiker immer mehr geworden. Als dann 2015 noch der Dinosaurierpark in der Teufelsschlucht dazu kam, sei das zu viel geworden. „Wir mussten uns von was trennen“, sagt sie. Die Region sei gerade jugendtouristisch sehr beliebt und vor allem das Camp sei sehr gut ausgelastet gewesen. „Uns war wichtig, dass das auch jemand weiterführt, der in die gleiche Kerbe schlägt“, sagt Elke Wagner.

Das scheint mit dem Unternehmer-Ehepaar Bettina und Sebastian Korneli aus Detzem an der Mosel gelungen zu sein. Mit ihrer Firma „Mit Sack und Pack“ sind sie bundesweit auf erlebnispädagogische Fahrten für Jugendliche spezialisiert. „Wir sind an vielen Schulen bekannt, sind dort Stammausrichter für deren Klassenfahrten und gehören in Deutschland zu den größeren Anbietern solcher Fahrten“, sagt Bettina Korneli. In diesem Jahr feiert die Firma ihr 20-jähriges Bestehen.

„Wir wuchten an 25 Standorten in verschiedenen Bundesländern unsere Programme und arbeiten auch mit Klassenfahrtveranstaltern zusammen, die sich gerne in Hüttencamps wie das Felsencamp in Ernzen einbuchen“, sagt Bettina Korneli. Denn damit haben sie nun einen eigenen Standort, den sie den Veranstaltern anbieten können. Die Gemeinde Ernzen hat dem Verkauf zugestimmt und auch den Zeltplatz den neuen Eigentümern überlassen.

Unter dem neuen Namen „Felsencamp Südeifel“ sollen dort in der Woche Schulklassen betreut werden und am Wochenende Familien, Wanderer und Ministranten eine Unterkunft finden, so die Idee der neuen Eigentümer.

Und um die große Nachfrage befriedigen zu können, wird die Kapazität von momentan 68 Betten auf 100 erhöht. Neu hinzukommen sollen sogenannte Camping-Pods. Das sind kleine ovale Hütten aus Holz, in denen zwei bis vier Personen schlafen können. „Außerdem bauen wir neue Holzhütten“, sagt Bettina Korneli. Dem Stil des Camps wollen die neuen Besitzer treu bleiben.

Der Eifel fühlt sich das Ehepaar schon länger verbunden. „Das Ferschweiler Plateau und die Teufelsschlucht sind zwei besondere Orte in der Eifel. Da hat es uns privat zum Wandern auch schon hingezogen“, sagt sie.

Während das Fortbestehen des Felsencamps in Ernzen also gesichert ist, steht die Zukunft des Hauses Dauwen in Ferschweiler noch in den Sternen. Das kleine Bauernhaus sei einst mit Fördermitteln zu einer Gruppenunterkunft umgebaut worden, sagt Elke Wagner. „Es war ein schönes Haus für Familien und kleinere Gruppen.“ Die Auslastung sei nicht mehr so hoch gewesen in den vergangenen Jahren. Daraufhin hat die Südeifel Tourismus GmbH frühzeitig den Pachtvertrag aufgelöst.

Die Gemeinde Ferschweiler wird das Gebäude nun zurücknehmen. „Im Moment lassen wir das Haus erstmal wie es ist“, sagt Rudolf Schmitt, Ortsbürgermeister von Ferschweiler.

Seine Gemeinde ist seit 2016 Schwerpunktgemeinde des Landes.  In diesem Zusammenhang wird in die Infrastruktur des Dorfes investiert. Die Gemeinde hat dazu ein Konzept ausgearbeitet. Da könnte auch das Haus Dauwen eine neue Funktion bekommen. Es liegt zentral inmitten der Ortsgemeinde. Auch eine Nutzung als Wohnraum wäre denkbar. „In Zukunft wird es nicht mehr als Ferienhaus genutzt. Wir müssen nun gucken, wie wir es wieder gewinnbringend einbringen“, sagt Schmitt.

Das wird Thema in den kommenden Ratssitzungen sein.  Der Ortsgemeinde gehört auch ein angrenzender Bauernhof. An der Stelle sei auch der Bau eines Mehrgenerationenhauses denkbar, sagt der Ortsbürgermeister.

Doch zuvor sollen die Bürger ein Wörtchen mitzureden haben, was mit Ferschweilers Mitte geschehen soll. Dazu gibt es eine Infoveranstaltung am Mittwoch, 23. Januar, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus.