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Mit 80 Lesungen durch Deutschland - Morbacher Kinderbuchautor Stefan Gemmel strebt neuen Rekord an

Auf Rekordjagd: der aus Morbach stammende Kinderbuchautor Stefan Gemmel und Eva Pfitzner vom Leserattenservice. Foto: Weltrekord Lesen
Auf Rekordjagd: der aus Morbach stammende Kinderbuchautor Stefan Gemmel und Eva Pfitzner vom Leserattenservice. Foto: Weltrekord Lesen FOTO: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"
Morbach/Lehmen. Der Morbacher Kinderbuchautor Stefan Gemmel startet im September mit einer Lesereise, die ihn durch ganz Deutschland führt. Falls er 80 Lesungen innerhalb von 13 Tagen schafft, winkt ihm nach 2012 zum zweiten Mal ein Eintrag im Guinessbuch der Rekorde. Christoph Strouvelle

Der aus Morbach stammende Kinderbuchautor Stefan Gemmel will erneut ins Guinessbuch der Rekorde. Dazu hat er sich Jules Vernes Roman "In 80 Tagen um die Welt" zum Vorbild genommen. Zwar ist seine Reiseroute auf Deutschland beschränkt. Doch wird er ab dem 14. September während seiner Tour an 80 Orten von Schleswig-Holstein bis Baden-Württemberg aus seinem neuen Buch "Im Zeichen der Zauberkugel" Kindern vom ersten bis zum sechsten Schuljahr eine Stunde lang vorlesen, in jedem Bundesland mindestens dreimal. Die Zahl von 80 Lesungen ist für den Weltrekord vorgeschrieben, aber es sind mehr geplant. "Es könnte ja eine Lesung ausfallen, beispielsweise wenn wir auf der Fahrt in einen Stau geraten", sagt er. Klappt alles, dann wird Gemmel bereits zum zweiten Mal im Guinessbuch der Rekorde vermerkt. 2012 war er dort schon einmal eingetragen worden, als er in Koblenz vor mehr als 10 000 Kindern vorgelesen hatte.
In Rheinland-Pfalz sind unter anderem Lesungen in Bitburg sowie in der nach dem Autor benannten Bibliothek der Morbacher Integrierten Gesamtschule vorgesehen, die aber wegen der engen Platzverhältnisse nicht öffentlich ist. "In der Stefan-Gemmel-Bibliothek lesen, das habe ich mir ausdrücklich gewünscht", sagt er. Die als Abendlesung geplante Veranstaltung krönt denn auch den anstrengendsten Tag der schnellsten Lesereise durch Deutschland: Dort wird er nach Terminen im Saarland, der Pfalz und Hessen zum achten Mal an diesem Tag aus seinem Buch vortragen, bevor es in der Nacht weitergeht ins Siegerland. Im Schnitt werden es sechseinhalb Vorstellungen pro Tag während einer Reisedauer von 13 Tagen sein. "Alles ist genau getaktet", sagt Eva Pfitzner vom Leserattenservice in Koblenz-Dieblich, die die Tour für Gemmel organisiert. Die Lesungen sind höchst unterschiedlich geplant: Mal in einer großen Schulaula mit 500 Kindern, mal in einem fahrenden Zug vor 30 bis 40 Zuhörern auf der Strecke zwischen Hof und Gera oder von Erfurt nach Meiningen. "Und das im laufenden Zugbetrieb", sagt er.
Die Kinder können sich auf unterschiedliche Weise bei der Aktion beteiligen, auch, wenn sie nicht an Lesungen teilnehmen können. Zum einen wollen Gemmel und Pfitzner einen "Klangteppich" schaffen. Was verbirgt sich dahinter?
Einen Zauberspruch aus dem Buch können die Kinder per Handy mit Musik und Geräuschen unterlegen oder in ihrem Heimatdialekt aufsprechen, also in Bayerisch, Schwäbisch, norddeutschem Plattdeutsch oder auch in Morbacher Platt. "Diese zugesandten Zitate werden wir dann auf einer Internetseite veröffentlichen, diese können dann angehört werden", sagt Pfitzner. Auch Kinder mit türkischer, syrischer oder einer anderen ausländischen Sprache können den Zauberspruch übersetzen und dann in ihrer Heimatsprache senden. Des weiteren gibt es eine Fahrt mit dem Autor im Rekordauto zu gewinnen. Und wer den Lese-LKW, den Veranstalter für eine Lesung anmieten können, auf der Straße sieht, fotografiert und das Foto per Mail an Gemmel ( mail@stefan-gemmel.de ) schickt, kann Bücher des Morbacher Kinderbuchautors gewinnen. Gemmel bereitet sich schon auf sein Leseabenteuer vor und sucht dabei noch Unterstützer, insbesondere Fahrer, die ihn von einem zum nächsten Leseort bringt.
Diesen kommt allerdings eine besondere Verantwortung zu. Gemmel: "Wir dürfen während des Rekordversuchs nicht gegen Gesetze verstoßen. Das bedeutet: Einmal eine rote Ampel überfahren oder einmal wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt, dann war alles vergebens."
Infos über Lesestätten, die Preisausschreiben und weitere Details des Weltrekordversuchs gibt es im Internet unter www.weltrekord-lesen.de