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Ohne Zuschuss fließt kein Wasser

Aus der Talsperre Nonnweiler bezieht die Stadt Hermeskeil bereits ihr Trinkwasser, Thalfang dagegen wartet noch auf den Anschluss. Foto: SZ
Aus der Talsperre Nonnweiler bezieht die Stadt Hermeskeil bereits ihr Trinkwasser, Thalfang dagegen wartet noch auf den Anschluss. Foto: SZ
Thalfang/Hermeskeil.. Die Bürger in der VG Thalfang beziehen ihr Wasser bisher aus Quellen. In Trockenperioden könnte dies zu Problemen führen. Der geplante Anschluss an die Talsperre Nonnweiler stockt, weil keine Zuschussbewilligung vom Land vorliegt. Von unserem Mitarbeiter Herbert Thormeyer

Eine Hitzewelle wie im Juli könnte für die Thalfang Bürger bei der Wasserversorgung zu Problemen führen. "Neue Regenfälle wirken sich erst nach Wochen auf die Quellen aus", erklärt der Leiter der Verbandsgemeindewerke Thalfang, Edwin Maßmann. Selbst bei Regenwetter könne sich deshalb die Trinkwasserversorgung verschlechtern. Um diesem Effekt zu entgehen, haben die Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil beschlossen, eine Verbindungsleitung zwischen den beiden zentralen Orten zu legen. Dann könnte Thalfang mit Wasser aus der Talsperre im saarländischen Nonnweiler versorgt werden.

Hermeskeil bezieht bereits Wasser aus dem Nachbarland. Im letzten Oktober wurde der erste Bauabschnitt zwischen Thalfang und Thiergarten fertiggestellt (der TV berichtete). Die Kosten beliefen sich auf eine halbe Million Euro. Das Land bewilligte dafür ein zinsloses Darlehen von 240 000 Euro. Das zweite etwa einen Kilometer lange Teilstück von Thiergarten ins Hermeskeiler Gewerbegebiet Grafenwald fehlt aber noch, weil noch kein Bewilligungsbescheid aus Mainz vorliegt.

20 Quellen versorgen Thalfang



Derzeit ist die Wasserförderung in Thalfang aufwendig. "Wir pumpen unser Wasser aus rund 20 Quellen. Wenn eine neue Hitzewelle kommt, müssen wir eventuell im Herbst eine ehemalige Quelle als Zusatzversorgung einspeisen", erläutert Maßmann. Gedanken um eine mögliche Wasserknappheit müsste er sich mit der neuen Leitung nicht mehr machen. Rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser fasst der Vorratsspeicher der Talsperre Nonnweiler. Mit der neuen Leitung wären die Thalfanger Wasserprobleme endgültig Vergangenheit.

Auch Maßmanns Kollege der Verbandsgemeindewerke Hermeskeil, Andreas Schmitt, weist auf die Dringlichkeit hin: "Solange aber Fördergelder ausbleiben, ist die Umsetzung des letzten Teilstücks, das ebenfalls eine halbe Million Euro kosten wird, schwierig." Wenn eine lange Trockenphase komme, müssten beide Verbandsgemeinderäte entscheiden, ob es nicht besser ist, vorzeitig mit dem Bau zu beginnen. Denn solange die Leitung nicht bis ins Gewerbegebiet Grafenwald weitergebaut sei, nutzten auch bereits verlegte Rohre nichts.

"Unsere Aufbereitungsanlage für das Wasser aus der Talsperre hat genügend Kapazität, um die Wasserversorgung für Thalfang zu sichern", sagt Schmitt. Die beiden Werkleiter hoffen weiter, dass die noch fehlenden Rohre im kommenden Jahr verlegt werden können.