Hermeskeiler lassen ihr Freibad länger geöffnet - Hallenbad bleibt allerdings bis Mitte Oktober zu

Hermeskeiler lassen ihr Freibad länger geöffnet - Hallenbad bleibt allerdings bis Mitte Oktober zu

Bis Juli war's mau, ab August aber top: 26.000 Besucher haben bislang den Weg ins Hermeskeiler Freibad gefunden. Dank des sonnigen Septembers könnte diese Bilanz noch aufpoliert werden. Die Anlage bleibt bis zum 15. September geöffnet. Für die Badegäste ist das eine besonders gute Nachricht, weil das Hallenbad vorerst noch geschlossen bleibt.

"Die ersten zwei Monate waren wirklich schlecht", sagt Patrick Duroux, stellvertretender Badebetriebsleiter im Hermeskeiler Freibad. Umso zufriedener blickt er derzeit vom Beckenrand hinüber zu den Kindern, die im Nichtschwimmer-Becken toben. Dank der fast hochsommerlichen Temperaturen herrscht im Freibad noch viel Betrieb - und das soll auch noch bis Donnerstag so bleiben.

Froh über Zugabe

"Wir wollten schon Anfang des Monats schließen, dann am 12. September. Aber wegen des schönes Wetters werden wir das Bad jetzt doch noch bis zum 15. September geöffnet lassen", sagt Duroux. Damit werde man vermutlich auch die Besucherzahl für die Saison 2016 noch weiter nach oben korrigieren, schätzt der Schwimmmeister. Bislang seien 26.000 Besucher gekommen, darunter viele Gäste aus dem Saarland und sogar ein paar aus Trier, denen die Bäder in der Moselstadt "zu überfüllt" seien. Mit den zusätzlichen Öffnungstagen im September werde man den üblichen Durchschnitt von 30.000 bis 35.000 Badegästen "vielleicht noch erreichen". Natürlich sei "kein Betrieb wie in den Sommerferien" zu erwarten, das Bad fülle sich auch wegen des Ganztagsunterrichts einiger Schüler meist erst gegen Nachmittag. "Aber wir sind schon froh, dass wir diese Zugabe bekommen", sagt Duroux. "Ich glaube auch, dass viele Leute noch nicht satt sind vom Sommer." Denn der habe ja bekanntlich recht spät begonnen: "Der Juni und Juli waren zwar nicht kalt, aber total verregnet. Das habe ich so auch noch nicht erlebt."

Mitte September sei allerdings definitiv Schluss, "dann liegt das Bad morgens komplett im Schatten, und es wird frisch". Momentan liege die Wassertemperatur aber noch bei 24 Grad, sagt Duroux. Das honorieren auch die Badegäste. "Das Wasser ist noch warm und hat eine tolle Qualität. Da muss man die Aufbereitungsanlage wirklich loben", sagt der Hermeskeiler Tom Franzen. Anne Christ hat eine Jahreskarte und freut sich, "dass die Freibadsaison jetzt noch etwas länger geht" - zumal sie gehört habe, dass das benachbarte Hallenbad vorert noch geschlossen bleiben soll.

"Wir können das Hallenbad voraussichtlich erst Mitte Oktober aufmachen", bestätigt Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Der Grund dafür seien "Verzögerungen" bei den Sanierungsarbeiten, die eigentlich in den Ferien abgeschlossen werden sollten.

Sanierungsarbeiten laufen noch

Bei einer Prüfung durch den TÜV Rheinland war aufgefallen, dass die Dachkonstruktion des Anbaus marode ist und erneuert werden muss. Zudem sollten im Rahmen der laufenden Generalsanierung die Trinkwasserinstallation erneuert und in einzelne Räume neue Klimatechnik eingebaut werden. Kosten: insgesamt etwa 240.000 Euro. "Es war aber schwierig, Firmen für diese Arbeiten zu finden, da die Auftragslage momentan recht gut ist", begründet Hülpes die Verzögerungen. Einen genauen Öffnungstermin für das Hallenbad könne er noch nicht nennen.

Zusätzlich ist bei der Badsanierung ein Problem aufgetaucht, das zwar keine direkte Auswirkung auf den Betrieb hat, kürzlich aber im Haupt- und Finanzausschuss angesprochen wurde: In einem Schacht, in dem Leitungen erneuert werden sollen, wurden Schäden an der Dämmwolle bemerkt, welche die Leitungen umhüllt. Es handele sich dabei um "alte Mineralwolle von 1975", die "als krebserzeugend klassifiziert" sei und heute nicht mehr eingesetzt werden dürfe, erläuterte Egbert Adam, Geschäftsführer des beauftragten Ingenieurbüros Umweltgeotechnik, im Ausschuss. Diese Wolle und ihre Fasern würden derzeit von einer Spezialfirma entfernt. Das "Schadstoff-Problem" sei auf den Schacht begrenzt, der Badbetrieb davon nicht betroffen, versicherte Adam. Die Erneuerung der Leitungen verzögere sich dadurch um etwa sechs bis acht Wochen.Extra: Freibad Kell

Foto: Christa Weber

Im Freibad Hochwald in Kell am See ist die Saison seit dem 29. August beendet. "Wir schließen das Bad traditionell nach der Keller Kirmes", sagt Jörg Jost, Leiter der VG-Werke Kell am See. Grund dafür sei die "Kessellage im Tal", durch die auch bei noch sommerlichen Temperaturen im September keine optimalen Badebedingungen mehr erreicht würden. Nur in Ausnahmefällen bleibe das Bad länger geöffnet - "und dann auch nur, wenn noch Schulferien sind". Denn die "Hauptklientel" seien Schüler. "Wenn die nicht kommen, wird es schnell unwirtschaftlich". In der Saison 2016 waren es laut Jost "weniger als 80 Öffnungstage", sonst seien es um die 100. Die Besucherzahl schätzen die Werke auf "rund 16.000". Davon seien allerdings allein 10.000 Badegäste im August gezählt worden. cweb

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