Klangwelten im Kirchenraum: Begegnungen von Klassik und Moderne beim Neujahrskonzert in Hermeskeil

Klangwelten im Kirchenraum: Begegnungen von Klassik und Moderne beim Neujahrskonzert in Hermeskeil

Mit ungewohnten Klängen stimmte der Förderverein Kirchenmusik im Rahmen der städtischen Reihe Hermeskeiler Kultur(er)leben auf das neue Jahr ein. Das Publikum ließ sich verzaubern und in eine andere Welt entführen.

Läutende "Glocken", eine Lerche, die Marimbaphon und Flügel zwitschernd begleitet, und ein Neues wagender Männerchor. Komponenten wie diese verschmolzen in der Hermeskeiler Martinuskirche zu einer außergewöhnlichen Klangkomposition. Choräle der Männerschola der Pfarrei St. Franziskus leiteten fließend über zu reinen Instrumentalstücken. Dabei wurden sie - mal auf der Empore oder im Foyer, mal im Altarraum oder durch die Kirche wandelnd - teils auch von Orgel und Klavier begleitet.Unterschiedliche Musikepochen



Auf diese Weise rückten unterschiedlichste Musikepochen nah zusammen. So etwa beim Wechsel von "Ich steh an deiner Krippe hier" von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) zum Harfen-Solo "Premiere Arabesque" Claude Debussys (1862 bis 1918). Ähnlich harmonisch vereinte sich Maurice Ravels (1875 bis 1937) Wasserspiele, "Jeux d'eau", mit Rauschrohren und Klanginstrumenten des Trierer Klangkünstlers Bernd Bleffert.

Das ungewöhnliche Konzerterlebnis ist der Initiative zweier Cousins, Dekanatskantor Rafael Klar und Johannes Gaudet, zu danken. Gaudet stammt aus Wittlich und ist als Musiktheaterdramaturg und Musikpädagoge am Nationaltheater Mannheim tätig, wo auch Natacha Gaudet, Pianistin und Harfenistin, arbeitet. In der katholischen Kirche von Hermeskeil gastierten sie auf Einladung des Fördervereins Kirchenmusik im Rahmen der städtischen Reihe Hermeskeiler Kultur(er)leben.

Das zum "Hören" einladende Programm, konzipiert von Johannes Gaudet, kam beim Publikum sehr gut an. Ein Großteil der um die 150 Besucher bewies das gegen Ende des Neujahrskonzertes. Wie auf ein geheimes Zeichen hin erhoben sich die Menschen spontan von ihren Plätzen, um den Akteuren begeistert zu applaudieren. Von vorneherein zu erwarten war das nicht nach einem Konzert mit derart vielen experimentellen - oder auch "schrägen" - so eine Besucherin - Elementen. Die Hermeskeilerin Gerlinde Schwartze kommentierte sichtlich beeindruckt: "Das ist ja eine irre Kombination, die alten Weihnachtslieder und die moderne Musik." Andreas Bach, ein Geisfelder vom Fach, lobte das Gesamtkonzept mit den vielen, die Stücke verbindenden, "Klangbausteinen". Beeindruckt zeigte er sich von der Leistung der Pianistin und den Beiträgen der Schola. Beides habe sich wie ein roter Faden durch das Programm gezogen. "Das hier war ein Erlebnis", versicherte Maria Schmitt, Hermeskeil. Sie fühle sich wie verzaubert und "mit Freude und Leichtigkeit erfüllt" von diesen Klangwelten, die den Kirchenraum erfüllt hätten.