Laster quetschen sich durch Dilmar

Laster quetschen sich durch Dilmar

Obwohl der LKW-Verkehr nun großräumig um die Baustelle bei Palzem umgeleitet wird, landen viele Brummis in der engen Ortsdurchfahrt von Dilmar. Noch bleibt es bei riskanten Szenen, der Ortsvorsteher befürchtet Schlimmeres.

Palzem-Dilmar Dilmar an einem Vormittag. Zwei 40-Tonner mit saarländischem Kennzeichen begegnen sich kurz vor einer scharfen Kurve. Obwohl der Fahrer des Lastwagens mit Auflieger schon auf den Bürgersteig ausweicht, kommen die beiden Fahrzeuge, zwischen die kaum noch eine Hand passt, erstmal nicht aneinander vorbei. Schnell entwickelt sich ein kleiner Stau im 180-Seelen-Ort - in den sich sonst kaum Durchgangsverkehr verirrt.
Solche Szenen sind derzeit keine Seltenheit. Die ganze Situation bringt Ortsvorsteher Egon Altenhofen in Rage. Bei ihm und bei Ortsbürgermeister Florian Wagner beschweren sich die Anwohner in Scharen. "Da ist ordentlich Dampf in den Ortsteilen", sagt der Ortschef. "Die Anspannung wird immer größer. Das ist eine Katastrophe!", schimpft Altenhofen.
Die "Katastrophe" hat vor drei Wochen begonnen. Seitdem wird die B 419 zwischen Palzem und der Landesgrenze zum Saarland saniert. Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) weist diese Straße einen hohen Schwerverkehrsanteil von zehn Prozent auf. Der Verkehr wurde zunächst komplett durch die beiden Palzemer Ortsteile Kreuzweiler und Dilmar geleitet. Daran hat auch die Kritik des Ortschefs nichts geändert. Erst als auf der Strecke bei Schloss Thorn ein Laster beim Ausweichen in den Graben rutschte und herausgezogen werden musste (TV vom 14. Februar), wurde zumindest der Schwerlastverkehr großräumig umgeleitet: von Konz aus auf die B 51 Richtung Saarburg, dort auf die B 407 bis zur B 406 im Saarland (Verkehrsknotenpunkt: Potsdamer Platz) nach Perl-Nennig.
Die Lasterumleitung hat allerdings einen Makel. Wagner sagt: "Sie funktioniert nicht." Egon Altenhofen konkretisiert, was das bedeutet: "Am Montag habe ich in der Zeit von 8 bis 10.30 Uhr 18 40-Tonner gezählt - ohne Personenwagen und Kleintransporter zu beachten! Dilmar ist überfordert, die Straße ist gerade mal drei Meter breit!" Anwohner Christian Henkel hat am Donnerstagmorgen sogar zwölf Laster in einer Viertelstunde registriert.
Gerade um die Kinder auf dem Weg zur Bushaltestelle und um ältere Menschen sorgt sich Egon Altenhofen. Nicht nur weil der Verkehr so zugenommen hat, sondern auch weil die LKW auf die Bürgersteige ausweichen. Letzteres führt zu einem weiteren Problem. Altenhofen: "Noch keine zehn Jahre nach der Erneuerung der Ortsdurchfahrt müssen meine Bürger mit ansehen, wie die Gehsteige und die Seitenränder kaputtgefahren werden." Das Dorf sei stolz gewesen auf die neue Straße. Dilmarer Landwirte würden sogar Umwege fahren, um sie nicht kaputtzumachen. Einige Bürger würden wohl noch immer die Anliegerkosten für die Gehsteige abbezahlen. Für manche sei das ein ganzer Batzen Geld gewesen. Altenhofen: "Was soll ich denen nun erzählen? Ich will keinen Krieg anzetteln, aber so geht es nicht weiter", sagt er.
Ortsvorsteher Helmut Willkomm im benachbarten Ortsteil Kreuzweiler, der nicht ganz so eng und kurvig ist, ist etwas entspannter. Er sagt: "Ich habe den Eindruck, dass sich die Lage in Kreuzweiler mit der großräumigen LKW-Umleitung verbessert hat." Er verweist darauf, dass die Strecke von Schloss Thorn bis Kreuzweiler-Mitte für LKW gesperrt worden sei und diese über Kirf-Beuren umgeleitet würden. Damit sei nur noch das halbe Dorf betroffen. Ein "Sorgenkind" hat Willkomm aber trotzdem: "Die Bushaltestelle. Dort stehen die Kinder morgens im Dunkeln. Die Eltern machen sich zu Recht Sorgen."
Beim LBM scheint das Ausmaß der Belastung der Palzemer Ortsteile noch nicht so recht angekommen zu sein. Zum LKW-Aufkommen dort sagt Teamleiter Manfred Johannes: "Das Fehlverhalten einzelner Verkehrsteilnehmer kann man bedauerlicherweise nicht vollständig unterbinden. Ich gehe davon aus, dass die Polizei die Verstöße bereits nach besten Möglichkeiten kontrolliert. Mehr ist leider nicht möglich."
Zum Thema Schäden teilt Ortsbürgchef Wagner mit: "Der Landesbetrieb Mobilität hat versichert, die bereits eingetretenen Schäden nach Beendigung der Baumaßnahme unverzüglich zu beseitigen." In diesem Zusammenhang solle der Zustand der Strecke Brücke Dilmar - Kreuzweiler und der Zustand der gesamten Ortsdurchfahrt Kreuzweiler, die sich in einem desolaten Zustand befinde, erneut erfasst werden.SANIERUNG BIS ENDE APRIL

Extra

Ortskundige wundern sich, warum die B 419 bei Palzem saniert wird. Der LBM Trier hat mitgeteilt: "Der Streckenabschnitt hat einen hohen Schwerverkehrsanteil von zehn Prozent. Dadurch wird die Straße besonders beansprucht, was langfristig zu Schäden geführt hat." Der Fahrbahnbelag weise Risse und Setzungen auf. Die Arbeiten sollen laut LBM bis Ende April dauern, falls die Witterung passt.

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