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Mehr als genug Bewerber für Technikschule

Mehr als genug Bewerber für Technikschule

Konz bekommt ab August eine technikorientierte Fachoberschule. Nach Ablauf der Anmeldefrist liegen 65 Bewerbungen für 60 Plätze vor. Springt niemand ab, folgt ein Auswahlverfahren. Die Schulbehörde verspricht, dass zum Schuljahr 2013/14 neue Lehrer nach Konz kommen.

Konz/Trier. Das Interesse an der Fachoberschule (FOS) in Konz ist sehr groß. Insgesamt haben sich 65 Jugendliche bei der Realschule plus für einen Platz in der neuen Technikschule, Fachrichtung Informatik, beworben, in der die Schüler nach zwei Jahren die Fachhochschulreife erwerben können (siehe Extra). 65 Interessenten sind weitaus mehr, als die Schulbehörde im Vorfeld verlangt hatte. 40 Bewerber hätten nach Ablauf der Anmeldefrist am 1. März gereicht. Schon dann hätte die FOS im August den Unterricht aufnehmen dürfen. Nun sind es sogar mehr Jugendliche, als die Schule in den zwei neuen elften Klassen unterbringen kann. Platz ist für 60 Schüler da. Noch sind es fünf zu viel.
Technikjahrgang bleibt zweizügig


Die Kapazitäten sollen jedochnicht erhöht werden. "Es wird keine dritte Klasse in Konz eingerichtet", sagt Eveline Dziendziol, Pressesprecherin der Aufsicht- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier. Sollten mehr als 60 Schüler kommen, greife ein Auswahlverfahren. Laut Gabriele Schmitt, Schulleiterin der Realschule plus, zählt der Notenschnitt. Zunächst bekommen die 60 besten Schüler eine vorläufige Zusage. Jeder, der auf einem höheren Listenplatz stehe, könne aber nachrücken.
Und die Wahrscheinlichkeit scheint recht hoch zu sein. Die ADD habe zumindest in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass einige Schüler abspringen, sagt Dziendziol. Das liege an Doppelbewerbungen: Viele Jugendliche bewerben sich laut ADD um einen Platz an einer Fachoberschule und parallel für Ausbildungsplätze. Bekommen sie eine Zusage für beides, wählten sie oft die Ausbildung.
Schulleiterin Gabriele Schmitt ist zufrieden mit der Bewerberzahl. Überrascht sei sie aber nicht, sagt sie. "Diese relativ hohe Akzeptanz haben wir erwartet." Etliche Anfragen von Eltern und das große Interesse an Info-Veranstaltungen seien ein Indiz dafür gewesen. Allein bei einem Infoabend im November sind 140 Eltern und Schüler aus dem ganzen Kreis Trier-Saarburg in die Mensa am Konzer Schulzentrum gekommen (der TV berichtete). Schmitt ist überzeugt, dass es die Bewerber ernst meinen. Dafür spreche ihre Eigenständigkeit. Alle 65 haben sich - ohne Hilfe der Schule - um einen Praktikumsplatz bemüht. So seien sogar vier geeignete Unternehmen hinzugekommen, die nicht auf der Liste mit den 33 Praktikumsbetrieben standen, die die Schule zur Verfügung gestellt hatte.
Dafür, dass nicht nur Schüler und Praktikumsbetriebe, sondern auch ausreichend Lehrer für die FOS da sind, will die ADD sorgen. Sie ist als Schulbehörde zuständig für Personalfragen an Schulen in Rheinland-Pfalz. Einige der vorhandenen Realschullehrer bildeten sich weiter, sagt Dziendziol. Sie könnten ab dem 1. August auch an der FOS unterrichten. Doch damit nicht genug: "Die Realschule plus wird auch neues Lehrpersonal bekommen", verspricht sie. Vor allem für die berufsbildenden Fächer werde die ADD das Fachpersonal vermitteln. Schulleiterin Schmitt ist zuversichtlich: "Wir sind sicher, dass wir zum 1. August alle Fächer abgedeckt haben."Meinung

Runde Sache, wenn Verstärkung kommt
Dass die Fachoberschule nun definitiv nach Konz kommt, ist ein großer Gewinn für die Stadt. Die praxisorientierte Ausbildung mit der Option auf die Hochschulreife nach zwölf Jahren macht den Schulstandort noch attraktiver. Sie ergänzt das Angebot der Realschule plus und des Gymnasiums optimal. Gerade weil es in Konz keine berufsbildenden Schulen gibt, ist das eine sehr gute Nachricht für die Stadt und ihr Bildungsangebot. Jetzt muss die Schulbehörde ihr Versprechen einlösen und dafür sorgen, dass ab dem neuen Schuljahr genug Lehrer für das neue Angebot da sind. Die vorhandenen Lehrer und Aushilfslehrer können die Aufgabe nicht allein übernehmen. Die Schulbehörde muss neue Lehrer einstellen - vor allem für den berufsbildenden Unterricht. Nur so wird das neue Angebot zu einer runden Sache. Nur so wird die Fachoberschule ihre Schüler angemessen aufs Berufsleben vorbereiten. c.kremer@volksfreund.deExtra

An einer Fachoberschule (FOS) können Schüler im Anschluss an den qualifizierten Abschluss der Sekundarstufe I (zehnte Klasse) innerhalb von zwei Jahren die allgemeine Fachhochschulreife erlangen. Damit können sie an einer Fachhochschule studieren. Voraussetzung für die Aufnahme an einer FOS ist ein Notenschnitt von mindestens 3,0 in der zehnten Klasse. In Klasse 11 absolvieren die Schüler an jeweils drei Wochentagen ein Praktikum, an den beiden restlichen Tagen haben sie Schulunterricht. In der zwölften Klasse sind sie fünf Tage in der FOS. Um an der FOS aufgenommen zu werden, müssen die Schüler einen Vertrag mit einem geeigneten Praktikumsbetrieb vorweisen. Zurzeit laufen bei einigen der Praktikumsbetriebe noch Auswahlverfahren. red