"Nass-Café" im Trockenen

HERMESKEIL. Das Hallenbad Hermeskeil ist zurzeit um eine Attraktion ärmer. Das ans Schwimmbad angrenzende Restaurant und das so genannte "Nass-Café" unmittelbar vor dem großen Schwimmerbecken sind seit Mitte Dezember außer Betrieb.

Die Stühle im Hallenbad-Restaurant sind hochgestellt. An der Glastür, die das Restaurant mit der Schwimmhalle verbindet, hängt ein selbst beschriebenes Blatt mit der Aufschrift: "Nasscafé geschlossen."Vor allem Familien aus dem Raum Hermeskeil und dem nördlichen Saarland steuern gerne das Hermeskeiler Hallenbad an. "Es ist so schön übersichtlich, und die Nutzung des Whirlpools ist kostenfrei", schwärmt Anita Münster von dem "kleinen, aber feinen Bad."Dass das Restaurant seine Pforten geschlossen hat, findet die dreifache Mutter sehr schade. Vor allem während des Schwimmbadbesuches am Wochenende blieb die heimische Küche kalt. "Wir haben häufig im Restaurant zu Mittag gegessen", erzählt die junge Frau. Auch Sabine Jakobs bedauert die Schließung: "Mittags ein paar Pommes, das war immer sehr bequem, und der Tag war gerettet. Das ist jetzt leider anders", sagt sie mit einem Schmunzeln. Aus familiären Gründen ist der Restaurantbetreiber Reinhold Merten frühzeitig aus dem Pachtvertrag ausgestiegen. "Es ging einfach nicht mehr", erzählt der Gastronom, der fünfeinhalb Jahre lang die Bade- und Restaurantgäste bewirtete. "Wir betreiben jetzt ein Café im kleinen Rahmen in Thalfang", sagt Merten. Er hoffe, dass schnellst möglich ein neuer Pächter gefunden werde, vor allem aus "wirtschaftlichem Interesse". Mindestens bis zum Sommer dieses Jahres zahlt Reinhold Merten doppelte Miete.Auch Bürgermeister Michael Hülpes ist sehr darin interessiert, dass das Restaurant möglichst schnell in neuen Händen ist. "Die Getränkefirma Schneider aus Tholey kümmert sich schon um einen neuen Pächter. Es gibt noch einige Probleme, die es zu lösen gilt. Wir sind zuversichtlich, dass das Restaurant mit dem Nass-Café bald wieder öffnet", so Hülpes.Häufig wird der Bad-Betriebsleiter Michael Schneider auf die Schließung angesprochen. "Vor allem Familien, die am Wochenende ins Bad kommen, vermissen es, schnell mal im Restaurant oder Café einen Imbiss zu sich nehmen zu können", so Schneider.Er bedauert, dass Reinhold Merten, dem er sehr gute Kochkünste zuschreibt, seine Zelte dort abgebrochen hat. Mit dem richtigen Konzept vermutet der Betriebsleiter "eine richtige Goldgrube" in dem Hallenbad-Restaurant."Wir arbeiten gerne Hand in Hand mit dem Restaurantleiter", so Schneider, der sich durchaus vorstellen kann, dass eine spezielle Kinderkarte und das Arrangieren von Kindergeburtstagen als Zugpferde eingesetzt werden können. "Der Bedarf ist auf alle Fälle da", ist sich Schneider sicher.

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