Nicht nur Flötentöne in St. Antonius

Nicht nur Flötentöne in St. Antonius

Der Förderverein Kirchenmusik der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil hat sein Klangspektrum erweitert. Beim Kirchenkonzert in St. Antonius Züsch spielte mit dem Musikverein Neuhütten erstmals ein Orchester die tragende Rolle, aber auch die ehrwürdige Kirchenorgel.

Züsch. Neue Klänge beim Förderverein Kirchenmusik der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil: Erstmals bestritt mit dem Musikverein Neuhütten unter der Leitung von Markus Willems ein großes Orchester mit 40 Musikern einen wesentlichen Teil eines Konzertes. In der Züscher Pfarrkirche St. Antonius fand somit in der elften Auflage der Konzertreihe eine Premiere statt.
Sponsoren wären wünschenswert


Kirchenmusik mehr ins allgemeine Bewusstsein zu rücken, hat sich der vor eineinhalb Jahren gegründete Verein auf die Fahnen geschrieben. Was darunter zu verstehen ist, erleben Zuhörer immer wieder neu, so auch die rund 300, die nach Züsch gekommen waren.
Vorsitzender Stefan Butterbach, der als Trompeter, gemeinsam mit Dekanatskantor Rafael Klar, brillierte, erklärt: "Es gibt nicht nur reine Kirchenmusik, sondern auch absolute Musik." Für seinen Verein wünscht sich der Musikpädagoge noch etwas mehr als die bislang 20 Mitglieder, denn: Es entstehen immer Kosten, besonders wenn Gastmusiker spielen." Sponsoren wären ebenfalls wünschenswert.
Viel Abwechslung, aber keine leichte Kost wurde in der Züscher Pfarrkirche geboten. So erinnerte das Orchester mit "Interplay for Band" von Ted Huggens in Variationen an die berühmte Toccata und Fuge von Bach, das wohl berühmteste kirchenmusikalische Werk. Nicht minder bekannt ist "Jesus bleibet meine Freude", ebenfalls von Bach, allerdings neu interpretiert von Philip Sparke.
Ihren großen Auftritt hatte Chiara Düpre als Solistin in Mozarts Andante in C- Dur. Die 15- Jährige führte mit ihrer Querflöte ein "Gespräch" mit dem gesamten Orchester.
Ebenfalls ungewöhnlich ist das Saxofon von Leonie Klar in Kombination mit dem Orgelklang von Vater Rafael in der Französischen Suite, die, ursprünglich von Bach, von Kurt Fiebig uminterpretiert worden ist. Die volle Dynamik des Orchesters bekamen die Zuhörer und auch der Kirchenbau bei "Music for a Solemnity" von Jan de Haan zu spüren. Im Jahre 1997 baute der Holländer berühmte Filmmusiksequenzen des noch berühmteren Komponisten und Oskar-Preisträgers John Williams ein, darunter die Olympiafanfare und der Imperial March aus Krieg der Sterne.
Durchgängig ist hier die Trommel von Aline Fries (27) zu hören. Dirigent Willems entdeckte in der Partitur die abgedruckte Erklärung: "Im Niederländischen Ort Hoogeveen hatte die Kirche im 17. Jahrhundert keine Glocken. Deshalb zog ein Trommler durch das Dorf, um die Gläubigen zur Messe zu rufen." Bis heute hat sich der Begriff "zusammentrommeln" im Sprachgebrauch gehalten.
Als Zugabe kam die "Ode an die Freude", der Schiller- Text, den Ludwig van Beethoven 1823 in den 4. Satz seiner 9. Sinfonie einbaute. Auch hier zeigte das Orchester eine eigenwillige Fassung. Die Musiker ersetzten den Chor des Originals mit ihren Instrumenten.Extra

Das nächste Konzert des Fördervereins richtet sich am Montag, 18. Juni um 10 und 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Martinus Hermeskeil an Schulklassen. Heinz Peter Kortmann spielt Peter und der Wolf von Sergei Prokofjew auf der großen Kirchenorgel.doth Weitere Informationen im Internet unter www.foerderverein-kirchenmusik-hermeskeil.de.

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