Sanierung geht ins Geld

Bei einem Haushaltsvolumen von 2,6 Millionen Euro investiert der Ortsgemeinderat Irsch 1,4 Millionen in die Grundschule, den Vorstufenausbau des Neubaugebietes "Ober Gebert" und die Umfeldgestaltung des Kindergartens.

Irsch. Dicke Sandsteinbrocken aus Mauerdurchbrüchen liegen in den Schulsälen der Grundschule Irsch. Sie symbolisieren quasi die "dicken Brocken", die im Haushalt der Ortsgemeinde stehen. 753 000 Euro fließen in die Generalsanierung des Gebäudes, das in Trägerschaft des 1560-Einwohner- Dorfes steht.

Kinder lernen zurzeit im Pfarrhaus



Seit Mitte April singen hier nicht mehr die Schüler, sondern lärmen die Presslufthämmer. Die rund 60 Kinder wurden ins Pfarrhaus umquartiert.

Ein neues Dach, die energetische Sanierung und auch höhere Anforderungen an den Brandschutz mit neuen Fluchtmöglichkeiten stellten den Ortsgemeinderat vor die Frage, ob das umsetzbar sei. Aber in Irsch wird kräftig angepackt. "Unsere Muskelhypothek spart 40 000 Euro ein", sagt Ortsbürgermeister Jürgen Haag mit Stolz. Mittel aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung in Höhe von 106 000 Euro und 105 000 Euro für den Brand- und Unfallschutz kamen vom Land, um das Mammutprojekt zu unterstützen.

Der Vorstufenausbau im Neubaugebiet "Ober Gebert" schlägt mit 600 000 Euro zu Buche. "Das ist eine Investition, die mit dem Verkauf der Grundstücke wieder zurückfließt", beruhigt Haag.

Drittgrößter Posten ist die Gestaltung des Geländes am Kindergarten.

"Der Gemeindeunfallverband hat nach einer Prüfung einige Spielgeräte bemängelt, die jetzt ersetzt werden müssen", erklärt der Ortsbürgermeister.

Rund 50 000 Euro wird die Neugestaltung des Kindergartenumfeldes kosten. 14 000 Euro will der Kreis zuschießen. 800 Euro sammelte der Förderverein allein schon bei der "Hammerdorf"-Aktion an einem Tag.

Das alles geht natürlich nicht ohne weitere Neuverschuldung ab. Auf 652 000 Euro beziffert sich der Kreditbedarf im laufenden Jahr. "Der Schuldenstand wird von rund 840 000 Euro Ende 2009 auf 1,4 Millionen in 2010 steigen", bedauert der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Leo Lauer. Anders gerechnet: Jeder Irscher Bürger hat Ende des Jahres auf Ortsgemeindeebene 925 Euro Schulden.

"Diese dicken Brocken sind kein Luxus, sondern müssen angepackt werden", erklärte Günter Britten von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) in der Haushaltssitzung des Rates. CDU- Sprecher Helmut Steuer stellte fest: "Die Schule hat oberste Priorität. Es wäre falsch, jetzt eine halbherzige Sanierung anzugehen."

Markus Löwe von der SPD erinnerte an das Baujahr des Gebäudes, 1938: "Die Schule wurde von Generationen genutzt. Jetzt müssen wir uns halt beim Gebäude revanchieren."

Christian Weimann von der FWG stellte klar: "Die Verbesserungen im Brandschutz wären früher oder später notwendig geworden." Der Kelch an hohen Investitionen sei nicht an Irsch vorübergegangen.

Der Haushalt wurde einstimmig beschlossen.