Überschaubarer Besuch beim Narzissenfest

Überschaubarer Besuch beim Narzissenfest

Das wenig frühlingshafte Wetter hat am Sonntag das Narzissenfest in Schillingen gleich in zweifacher Hinsicht getroffen. Auf den Wiesen im Ruwertal ließ sich die wild wachsende Blume erst vereinzelt in ihrer gelben Blütenpracht blicken. Und auch der Besucherzuspruch blieb überschaubar.

Schillingen. Dass die Launen der Natur unberechenbar sind, das wissen die Organisatoren des Narzissenfests - Ortsgemeinde und Forstrevier Schillingen sowie der Verein "Hochwald-Ferienland" - aus leidvoller Erfahrung. 2009 mussten sie die Veranstaltung wegen eines Wintereinbruchs komplett absagen. Insofern hätte es am Sonntag die fünfte Auflage des Fests für eine botanische Kostbarkeit der Region sogar schlimmer treffen können.

Nach dem langen Winter recken auf den Wiesen im Ruwertal immerhin bereits einzelne Exemplare der wilden Narzisse ihre Köpfe aus dem Boden. Es haben aber noch einige wärmere Tage gefehlt, damit das prächtige Naturschauspiel mit einem großen leuchtend gelben Blumenteppich perfekt gewesen wäre. "Macht nichts. Wir hätten gedacht, die Narzissen würden noch gar nicht blühen. Wir sind also positiv überrascht, und ein schöner Spaziergang war es allemal", sagen Ernst und Anni Hau aus Riveris, als sie an der Ruweraue angekommen sind.

Gestartet sind sie an der Freizeitanlage in Schillingen. Von dort geht es entweder zu Fuß oder mit dem Shuttle-Bus zur fünf Kilometer entfernten Narzissenwiese. Begleitet werden diese Exkursionen von den Fachleuten vom Forst und diversen Naturschutzverbänden.

Erklärtes Ziel des Fests ist es, die Besucher dafür zu sensibilisieren, dass es sich bei der kleinen, wilden Verwandten der Osterglocke um eine seltene und schützenswerte Rarität handelt. "Deshalb darf sie auch nicht gepflückt werden", betont Wanderführer Hans Reichert. In Deutschland kommt die wilde Narzisse außer im Hochwald nur noch im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel vor, fügt Gundolf Schrenk vom Mainzer Umweltministerium hinzu. Zwischenzeitlich stark zurückgedrängt ist es vor allem dem Ruwer-Randstreifen-Programm zu verdanken, dass die wilde Narzisse hierzulande wieder häufiger zu entdecken ist. Denn mit diesem Millionen-Projekt wurden die Talauen renaturert und vom dichten Fichten-Bewuchs befreit.

Das kühle Wetter schreckte am Sonntag aber viele vor einem Abstecher zum Fest für die schöne Frühlingsbotin ab. Das bekamen auch die Standbesitzer des Ostermarkts zu spüren, der zum Rahmenprogramm zählte. "Ein guter Tag zum Geschäfte machen war das heute nicht. Wenigstens ist hier aber die Natur sehr schön", tröstet sich Schmuckverkäuferin Petra Grünen aus Konz über den doch überschaubaren Betrieb an der Freizeitanlage.

Walburga Meyer (Hochwald-Ferienland) schätzt, dass insgesamt etwa 300 Besucher nach Schillingen gekommen sind. "Vor zwei Jahren hatten wir natürlich mehr Resonanz. Aber da war das auch Wetter viel besser."

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