Und keiner fühlt sich zuständig…

Und keiner fühlt sich zuständig…

Eine Beschädigung melden, auf dass diese beseitigt werde - monatelang versuchte ein TV-Leser erfolglos, auf einen demolierten Verteilerkasten am Roscheider Hof hinzuweisen. Erst der Anruf beim TV brachte die Wende.

Konz. Aus dem Fundament gebrochen, umgestoßen und liegen gelassen: Offenbar hat es niemanden gestört, dass seit über einem Jahr der graue Verteilerkasten in der Nähe des Kreisels am Baugebiet Roscheid V in Richtung Roscheider Hof demoliert im Gras lag. Nur ein TV-Leser, der nicht mit Namen genannt werden möchte, störte sich an dem Anblick: "Da schauen Kabel raus. Wer weiß denn, was passiert, wenn Jugendliche mal ein Kabel aus Jux durchschneiden?" Halb Roscheid könnte dann ohne Telefon sein, befürchtete der Mann schon Anfang 2007. Weil auf den beiden schwarzen Kabeln ein Telefonhörer abgebildet war, glaubte er an die Zuständigkeit der Telekom und wählte ihre Störstelle an. "Da bin ich, glaube ich, im Osten gelandet." Dort nahm man den Vorfall auf - jedoch ohne Ergebnis. "Monatelang ist daraufhin nichts passiert", berichtete der TV-Leser. Täglich geht er mit seinem Dackel an besagter Stelle vorbei, ärgerte sich, dass sein Anruf nichts gebracht hatte und nahm schließlich einen neuen Anlauf. In Trier meldete er Mitte vergangenen Jahres die Beschädigung des Verteilerkastens in einem Telekom-Laden. Auch danach tat sich nichts. Im Februar sprach er Mitarbeiter der Telekom an, als diese gerade an einem Verteilerkasten in der Zurmaiener Straße arbeiteten. Auch das half nichts. Nachdem er den Mitarbeitern zweier weiterer Telekomwagen in Konz von dem beschädigten Verteilerkasten berichtet hatte und sich immer noch nichts tat, wurde es dem Mann zu bunt: Kleine Info, große Wirkung

"Ich habe es jetzt aufgegeben, offenbar fühlt sich keiner zuständig und das, obwohl es um die Abwehr von Schäden geht, die uns alle treffen könnten."Er wandte sich an den Trierischen Volksfreund. Ein Anruf beim Telekom-Pressesprecher für Rheinland-Pfalz, George Mc Kinney, brachte zumindest so viel Klarheit: "Das ist kein Kasten von der Telekom." Eine Auskunft, die der TV-Leser so nie bekommen hatte. Der nächste TV-Anruf ging an die RWE, dem Konzer Stromversorger. "Das könnte einer unserer sogenannten Niederspannungs-Kleinverteiler sein", vermutete Rainer Fuchs, zuständiger RWE-Bezirskmeister. Er schickte einen Mitarbeiter zu besagter Stelle und meldete sich anschließend sofort zurück: "Das ist doch nicht unserer." Aber er hatte den richtigen Tipp parat: "Der müsste den Konzer Verbandsgemeindewerken gehören."Und richtig: Bei Werksleiter Stefan Oberbillig klingelten direkt die Alarmglocken: "Das wäre jetzt schon das dritte Mal in etwa fünf Jahren, dass dieser Kasten umgeworfen wurde." Auch er schickte einen Mitarbeiter zum "Tatort" und bestätigte danach: "Das ist unser Kasten." Die schwarzen Kabel mit den darauf abgebildeten Telefonhörern seien sogenannte Steuerkabel, die für die Fernsteuerung der Konzer Wasserversorgung genutzt werden. Aufgefallen sei der Zustand des Kastens in all den Monaten deswegen nicht, weil nur die äußere Hülle, nicht aber die Kabel beschädigt waren. "So hätte das keinen Einfluss auf die Wasserversorgung gehabt", versichert Oberbillig. Und es bestand wohl auch keine Gefahr für die Öffentlichkeit.Ende dieser Woche soll der Kasten mit neuer Hülle wieder aufgestellt werden - dank der Hartnäckigkeit eines TV-Lesers. Der fragt sich jedoch heute, warum seine Anfrage nie an die zuständige Stelle weitergeleitet wurde.

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