Unendliche Geschichte geht weiter

Unendliche Geschichte geht weiter

BEUREN.Gemeinderatssitzung in Beuren: Hoch verschuldet kämpft Beurens Bürgermeister Manfred Köhl weiter um sieben Windenergieanlagen. Unterstützung vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) gibt neue Hoffnung. Für den Bau einer Schulturnhalle bittet Beuren die beteiligten Gemeinden zur Kasse.

Beurens Ortsbürgermeister Manfred Köhl sieht nur einen Weg, um den großen Schuldenberg von 777 000 Euro abzubauen: "Wenn die Windräder aufgestellt werden, hätten wir jährlich Pachteinnahmen von 210 000 Euro." Die bisherige Haltung der Behörden in dieser Frage hält Köhl schlichtweg für "verantwortungslos". "Um die Windenergie werden wir weiter kämpfen", zeigte sich der Ortsbürgermeister entschlossen. Nach TV -Informationen hat die Gemeinde Beuren jetzt Rückenstärkung vom Bund erhalten.In einem Brief von Heide Weidemann, der Bund-Landesvorsitzenden Rheinland-Pfalz an Margit Conrad vom Ministerium für Umwelt und Forsten, heißt es, "dass ganz offensichtlich formaljuristische Erwägungen im Fall Windenergie in Beuren eine große Rolle spielen." Dazu komme die selbst für Naturschützer nicht nachzuvollziehende komplette Ausschlusswirkung von Landschaftsschutzgebieten, Wald und Naturparks für die Windenergie, wie sie die Planungsgemeinschaft Region Trier beschlossen habe. Weidemann: "Nach unserem Naturschutzverständnis wäre in diesen Gebieten eine Interessenabwägung der richtige Weg gewesen. Und es ist auch noch abzuwarten, ob die von der Planungsgemeinschaft gewählte Vorgehensweise den Verfahren vor den Verwaltungsgerichten Stand hält." Wenn laut der Bund-Landesvorsitzenden Rheinland-Pfalz aus den genannten Gründen die Naturverordnung einem aus naturschutzfachlicher Sicht zulässigen Vorhaben entgegensteht, gibt es ihrer Meinung nach eigentlich nur eine schlüssige Lösung: "Dann muss das betreffende Gebiet eben vollständig aus dem Naturpark herausgenommen werden."In dem Brief von Weidemann heißt es weiter, dass eine damit eventuell verbundene "Zersplitterung" ein geringerer Anachronismus wäre als das Ergebnis: Autobahn im Naturpark ja, Windenergie nein. Der Bund vertraut darauf, dass Margit Conrad den Weg ebnet "für eine sowohl aus der Sicht von Umwelt- als auch Naturschutz sinnvolle Nutzung der Windenergie an der Autobahn in Beuren." Etwas anders empfände der Bund als Realsatire, heißt es in dem Schreiben ans Ministerium.Gemeinden beteiligen sich an Turnhallenbau

Doch nicht nur die angestrebten Windmühlen beschäftigten den Gemeinderat. Kritik übte Köhl auch an der stetig steigenden Umlage an den Kreis und an die Verbandsgemeinde bei sich ständig verringernden Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen und dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. "Damit wird den Gemeinden jeglicher Spielraum der Eigenverantwortung für die Dorfbevölkerung genommen und die Selbstverwaltung in nahezu unerträglichem Maße eingeengt", so Köhl. Ein Novum in der Verbandsgemeinde Hermeskeil ist der einstimmig gefasste mehrstufige Beschluss, dass sich die Gemeinden, deren Schüler die Grundschule besuchen, an dem Neubau einer Schulturnhalle beteiligen sollen. Köhl: "Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinden innerhalb eines defizitären Haushaltes." Auf uneingeschränkte Zustimmung stieß auch der Vorschlag des Ortsbürgermeisters, den Spielplatz in Beuren um eine Basketballanlage zu erweitern.