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Was man hört, das sieht man nicht - was man sieht, das lässt sich hören

Was man hört, das sieht man nicht - was man sieht, das lässt sich hören

Eine Tradition, wie sie nur in Saarburg zu finden ist: der Auftritt der belgischen A-Cappella-Formation Witloof Bay im Gewächshaus. Es war das letzte Konzert im Kulturprogramm 2012. Im nächsten Jahr treten die Spiegelbilder als Festival auf. Die Förderung der Europäischen Union (EU) läuft aus, Landesmittel sollen dazukommen.

Saarburg. Mit sechs Stimmen bringt die belgische Formation Witloof Bay immer auch sechs Instrumente mit. Davon konnten sich rund 120 Zuhörer im Gewächshaus der Gärtnerei Kind in Saarburg überzeugen. Die ungewöhnliche Konzerthalle war bereits zum achten Mal ausverkauft.
Die Zuhörer müssen bei diesen Belgiern die Logik zwischen Augen und Ohren erst einmal neu abstimmen, denn was man sieht, deckt sich nicht mit dem, was man hört. Richtig echt klingen die Instrumente, die mit den Stimmen erzeugt werden. Für das Schlagzeug ist "Beatboxer" Stijn Bearelle zuständig; den Bass "spielt" Etienne Debaisieux.
Mit der abgelaufenen Saison ist die Kulturbeauftragte von Stadt und Verbandsgemeinde, Anette Barth, sehr zufrieden: "Bei manchen Veranstaltungen wie Pour L\'Amitié kamen bis zu 80 Prozent der Zuschauer von außerhalb."
Nur ein Konzert war ausgefallen. Die Cello-Mafia sollte parallel zum EM-Spiel Deutschland- England auftreten. Beim Street- Beat mit Trommelformationen aus verschiedenen Ländern kamen schon mal mehr als 1000 Zuschauer in die Stadtmitte.
"Da hatten wir Glück. So was hängt halt immer vom Wetter ab", erklärt die Kulturbeauftragte. Andererseits könne man bei den Wandelkonzerten nicht erwarten, dass sich 1000 Leute durch die Klause in Kastel- Staadt quetschen.
Die Organisatorin will weiter ihren Weg der Spiegelbilder verfolgen, die Idee, Kunst und Kultur diesseits und jenseits der Grenzen im Dreiländereck wirken zu lassen. Das Moselmusikfestival beispielsweise bewirbt auch drei Saarburger Veranstaltungen.
"Die Spiegelbilder werden immer mehr zum Begriff", freut sich Barth. Da jetzt die 7000 Euro- Förderung der Europäischen Union für dieses Projekt ausläuft, muss sich die Organisatorin jedoch nach neuen Geldgebern umsehen. Die Stadt gibt weiterhin 10 000 Euro, die Verbandsgemeinde 5000 Euro. "Wir werden Zuschüsse beim Land für die Spiegelbilder als kompaktes Festival beantragen", erklärt Barth. Wie viel Geld das wird, kann sie nicht sagen, hofft aber, dass dieses Profil der grenzenlosen Kultur mit Musik, Bildender Kunst, Events und Theater die Zuschussgeber in Mainz überzeugt.
Eine erste Veranstaltung fürs nächste Jahr steht schon fest: Fire and Ice vom 20. bis 23. Februar in der Kulturgießerei. Drei Eisbildhauer werden kalte Skulpturen formen. Ein Kunstschmied zeigt seine Fertigkeiten, und es wird wieder einen Glockenguss geben. doth