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"Die drei großen B"

"Die drei großen B"

Nennen Sie drei klassische Komponisten mit B! Bach, Brahms und Beethoven fallen wohl mit als erste ein. Werke dieser Drei hat Pianist Martin Stadtfeld am Freitagabend beim Mosel Musikfestival im Theater Trier gespielt.

Trier. (ves) Der Pianist Martin Stadtfeld ist der Künstler, der bereits am häufigsten beim Mosel Musikfestival konzertiert hat. Seit 2001 wirkt der 1980 geborene Koblenzer jedes Jahr beim Festival mit - häufig im Kloster Machern. Intendant Hermann Lewen erklärte am Freitagabend den Ortswechsel: "Es war an der Zeit, in einen größeren Saal umzuziehen, damit alle die Gelegenheit haben, Martin Stadtfeld zu hören." Und das Konzept ging auf: Das Theater war fast komplett mit Besuchern gefüllt. Auf dem Programm des zweistündigen Konzerts standen Werke der "drei großen Bs", die Stadtfeld in seinem musikalischen Leben am meisten geprägt haben.

Bach: Mit den 15 zweistimmigen Inventionen Johann Sebastian Bachs zu beginnen, war sicher ein Wagnis. Zunächst wirkten sie genauso, wie von Bach gedacht, nämlich als Stücke aus einem Lehrbuch. Doch nach und nach entwickelte Stadtfeld mehr Ausdruck und arbeitete die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Inventionen heraus. Obwohl die Hände über die Tastatur zu gleiten schienen, war Stadtfelds fantastischer Anschlag deutlich zu erkennen.

Brahms: Als verbindendes Element zwischen Bach und Johannes Brahms fügte Stadtfeld Brahms "Studie nach Johann Sebastian Bach" ein. Dem "Presto aus der Sonate g-Moll für Violine" machte er alle Ehre. Rasant und dennoch pointiert präsentierte er das Werk dem Trierer Publikum. Faszinierend, wie schnell er danach auf das Intermezzo cis-Moll umstellte: Langsam, mit dem gewissen Zögern des Schmerzes, teils dunkel, verzweifelt, teils wiegend kindhaft spielte er das von Brahms "Wiegenlieder meiner Schmerzen" genannte Werk. Sehnsuchtsvoll, aber heller und liedhafter kam das Intermezzo A-Dur daher. Als spiele er nur für sich selbst, kreierte Stadtfeld so leise Töne, dass sie in dem großen Saal zu versiegen drohten. Aber nichts da: Es kam alles beim Zuhörer an. Das Intermezzo C-Dur war dann für Stadtfelds Verhältnisse eher verwundernd zurückhaltend.

Beethoven: Als dritter großer Meister stand Ludwig van Beethoven auf dem Programm. Mit der "Klaviersonate Nr. 32 c-Moll" überzeugte Stadtfeld vollends. Die schnellen Läufe und Triller machten ihm sichtlich Spaß, ebenso versank er aber bei den leiseren Passagen tief über den Tasten. Als Lohn erhielt er begeisterten Applaus, einige Zuhörer standen sogar auf. Dass ihm an Schnelligkeit gelegen ist, war auch bei den drei Zugaben zu merken.

Insgesamt ein gelungener Klavierabend im Zeichen der "drei großen Bs".