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Russische Seele, spanisches Feuer

Russische Seele, spanisches Feuer

Das Eröffnungskonzert im Jubiläumsjahr der Sommerkonzerte in Konz ist ganz der Musik des 20. Jahrhunderts gewidmet. Der Schwerpunkt liegt auf spanischer und lateinamerikanischer Musik. Vier junge Musiker aus Argentinien und Griechenland trugen Werke von Rachmaninow, Albéniz, Chabrier sowie argentinische Tangos vor.

Konz-Karthaus. Ein Jubiläum gab\'s zu feiern bei den Konzer Sommerkonzerten: Am Sonntag wurde im Kloster Karthaus die 20. Ausgabe eröffnet. Ein Jubiläum, auf das die Veranstalter mit Recht stolz sind.
Die beiden argentinischen Musiker Orlando Millaá und Facundo Laborde spielten zu Beginn die Suite Nr. 1 op. 5 für zwei Klaviere von Sergej Rachmaninow. Präzise trafen sie die melancholisch-pathetische Klangfarbe Rachmaninows und wechselten routiniert zwischen träumerisch-schwermütigen und monumental-herrischen Passagen, welche ihren energischen, fast schon gewaltsamen Höhepunkt im letzten Satz "Pâques" fanden.
Die besondere Stärke der beiden Musiker für mächtige Klänge und starke Rhythmen kam besonders gut in den argentinischen Tangos zum Ausdruck. Beim "Libertango" von Astor Piazzolla brach sich das argentinische Erbe der beiden Pianisten Bahn, womit sie beim Publikum große Begeisterung auslösten.
Sehr feurig, zugleich bemerkenswert filigran wurden die Klänge nach der Pause. An einem Klavier trugen die aus Griechenland stammenden Pianistinnen Maria Bolla und Angelika Bolla in spielerisch leichter Weise die Malagueña aus der spanischen Suite von Ernesto Lecuona vor, in der das Feuer Andalusiens förmlich spürbar wurde. Mit Stücken von Chabrier und Barber blieb die Musik schnell und fließend zugleich, bis schließlich die "Navarra" von Isaac Albéniz dem Raum wieder mit den monumentalen Klängen erfüllte, mit denen das Konzert auch begonnen hatte.
Künstler aus aller Welt


Die Konzer Sommerakademie für Klavier und die Sommerkonzerte bestehen nun seit 1994 und bieten jährlich einer Reihe junger Berufsmusiker aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu erweitern und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben der Weiterbildung junger Talente und dem Ziel, gute Musik nach Konz zu bringen, spielen die Vertiefung internationaler Beziehungen und die Völkerverständigung eine zentrale Rolle.
Ins Leben gerufen vom Verein Vogel als Prophet, hat die Veranstaltung seitdem viel Unterstützung erfahren, nicht nur durch die Stadt Konz und diverse Stiftungen, sondern auch durch viele engagierte Konzer Familien, welche die Berufsmusiker während der Akademie als Gastfamilie kostenlos aufgenommen haben. So hat es die Akademie von bescheidenen Anfängen zu mittlerweile neun öffentlichen Konzerten an sieben verschiedenen Veranstaltungsorten gebracht. grf