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Bald starten Arbeiten am Bürgerhaus

Bald starten Arbeiten am Bürgerhaus

Seit vielen Jahren steht der Umbau der alten Enkircher Schule zu einem Bürgerhaus ganz oben auf der Wunschliste der Gemeinde. Jetzt kann es losgehen. Die Bauaufträge für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt werden in Kürze vergeben.

Enkirch. Der Dachstuhl, das Treppenhaus, die sanitären Anlagen, die Heizungsanlage, die Kücheneinrichtung, die Fenster - fast alles ist marode an der alten Schule Enkirch. Das unter Denkmalschutz stehende über 100 Jahre alte Gebäude mitten im Ort muss dringend saniert werden. Zurzeit wird es als Vereinshaus genutzt, im kleinen Saal im Erdgeschoss tagt gelegentlich der Gemeinderat. Musikverein, Karnevalsgesellschaft, Gesangverein, Winzer-, Tanz- und Trachtengruppe, Rotes Kreuz und andere kommen hier zusammen.
Einwände der Denkmalpflege


Bereits im November 2005 wurden erste Pläne vorgelegt, die einen Umbau zu einem Bürgerhaus vorsahen. Aber eine schnelle Realisierung scheiterte wie so oft am fehlenden Geld. Außerdem hatte die Denkmalpflege Einwände. Aus ihrer Sicht darf der Baukörper von außen nicht verändert werden. Vor zwei Jahren beschloss der Verbandsgemeinderat Traben-Trarbach die ebenfalls sanierungsbedürftige, an die alte Schule angebaute Turnhalle in das Projekt Bürgerhaus zu integrieren. Die Lösung: Ein Teil des Veranstaltungssaales wird in das Dachgeschoss der Turnhalle eingebaut. Die Außenfassade bleibt so unverändert. Knapp zwei Millionen Euro soll das Gesamtprojekt kosten. Das Land hat einen Zuschuss von 1,185 Millionen Euro bewilligt, die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach als Schulträger zahlt 211 000 Euro für die Turnhalle, die mit 525 000 Euro zu Buche schlägt. Knapp 600 000 Euro muss also die Ortsgemeinde Enkirch stemmen, deren Schuldenstand sich somit von 440 000 auf 940 000 Euro erhöht.. Die Bauarbeiten sollen im Mai/Juni beginnen und eineinhalb Jahre dauern.
Architekt Erhard Caspari stellte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung die Umbaupläne vor. Der große Veranstaltungssaal im zweiten Obergeschoss, in dem 250 Besucher an Tischen Platz finden, ist vom Schulhof beziehungsweise vom Foyer der Grundschule barrierefrei zu erreichen. An der Stirnseite, Richtung Mosel, befindet sich die Bühne, die auch über ein neues Treppenhaus zu erreichen ist. Im hinteren Bereich des Saals sind eine Empore und ein Regieraum. Im ersten Obergeschoss sind Räume unterschiedlicher Größe für die Vereine. Diese sollen in Eigenleistung ausgebaut werden. Im Erdgeschoss, auf Ebene der Priesterstraße, befindet sich ein kleinerer Saal.
Extra

Das sagen Vereinsvorsitzende: Gerd Becker, Karnevalsgesellschaft: "Das Bürger- und Vereinshaus ist modern, alles ist ebenerdig. Die Bühne steht, sie muss nicht jedes Mal aufgebaut werden. Das hat enorme Vorteile und bringt eine große Arbeitserleichterung." Lothar Fischer, Männergesangverein: "Das Gebäude muss dringend saniert werden. Die Vereine hätten auf Dauer dort nicht bleiben können. Wegen der hohen Kosten macht man sich allerdings schon seine Gedanken. Ich hoffe, es wird nicht noch teurer." Gerald Caspari, Winzer-, Tanz- und Trachtengruppe: "Wie wohnen schon seit Jahrzehnten in der alten Schule. Sie muss saniert werden, das ist umbestritten. In Zukunft können wir weiterhin dort Räume nutzen. Möglicherweise müssen sich jedoch mehrere Vereine einen Raum teilen. Man wird sich arrangieren müssen." Horst Bauer, Winzerkapelle: "Dieses Projekt ist notwendig, gut und richtig. Alle Bürger profitieren davon." sim