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Fantasiewelt mit Nilpferd und Brathähnchen

Fantasiewelt mit Nilpferd und Brathähnchen

Der Künstler Sebastian Meschenmoser aus Kues ist vielseitig aktiv. Er hat bisher fünf (Kinder-)Bücher geschrieben und illustriert. Sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und werden von Amerika bis nach Japan und China gelesen. Seine Gemälde waren in zahlreichen Ausstellungen unterwegs.

Bernkastel-Kues. Wildschweine in Ikeas Kugelbad, wo normalerweise Kinder umhertollen, ein überdimensionaler Dinosaurier, der inmitten seiner Gemälde-Vernissage auf dem Boden liegt, erschossene Nilpferde vor Jägern im Astronautenanzug auf dem Mond, sich drehende Brathähnchen im Park - in Sebastian Meschenmosers "Szenarien" ist nichts unmöglich. "Auf unserer Erde in unserem Alltag geschieht vieles fernab des Vernünftigen, warum soll ich da nur Realistisch-ernsthaftes darstellen", fragt Meschenmoser mit einem Augenzwinkern.

Er nimmt sich in seiner künstlerisch-fiktionalen Welt die Freiheit zu immer neuen, spannend-ironisch, amüsant-absurden, kritisch-satirischen Blickwinkeln. Die Freiheit der Interpretation überlässt er dem Betrachter. Große Literatur, wo Menschen bei Tieren aufwachsen oder Tiere mit Menschen leben, inspirieren ihn immer wieder. Die kritischen Zukunftsvisionen eines Jules Verne streifen seine Werke ebenso wie die Absurditäten à la Alice im Wunderland oder das Tierisch-menschliche im Dschungelbuch. Eindrücke und Bilder aus den Büchern seiner Kindheit hat er im Kopf und vermischt sie mit der Realität. Spannend-Paradoxes nimmt in Meschenmosers Bildern skurrile Gestalt an, Klein und Groß taucht nebeneinander auf und tauscht die angestammten Plätze, Tier und Mensch verwachsen miteinander. Meschenmoser will keine "schönen" Kunstwerke schaffen. Seine Gemälde und kombinierten Kunstwerke sollen leben und zur kritischen Beschäftigung anregen.

Tiere werden zu Protagonisten



Hintergründig sind auch die Bücher, die Meschenmoser für Kinder und Erwachsene geschrieben und illustriert hat. Auch hier kommt seine "tierische" Freude an Tieren zum Vorschein. Schon als Schüler des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums gab er seinen Kängurus Platz in der Schülerzeitung. Diesen folgten später Pinguine, Eichhörnchen und ein Mops als Protagonisten in den jeweiligen Büchern. Fünf spannende, mit Zeichnungen ausgeschmückte Werke hat er verfasst. Sie sind in englischer, französischer, niederländischer, chinesischer, koreanischer und japanischer Sprache auf dem Markt. In Printmedien wie der Süddeutschen Zeitung, Die Zeit oder gar der New York Times wurden sie vorgestellt.

Extra: Sebastian Meschenmoser wurde 1980 in Frankfurt geboren, machte 2000 am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues sein Abitur. Es folgten Studien an der Akademie für Bildende Künste Mainz, an der "École Nationale Supérieure d' Art" in Dijon und der Wechsel in die Malereiklasse von Anne Berning. Meschenmoser arbeitet seit 2008 als Freier Bildender Künstler in Berlin. (mbl)