Faszinierende Wochen in Israel

Zum zweiten Mal waren junge Leute aus der Region Bernkastel-Kues und dem polnischen Otmuchow in Israel. Sie sollten als "Botschafter des guten Willens" auftreten. Das Fazit fällt positiv aus.

Bernkastel-Kues. Es gab ein paar Erkältungs-Krankheiten wegen der Klima-Anlagen, die aufgrund der hohen Temperaturen unvermeidlich waren: Ansonsten sind die 16 Jugendlichen aus der Region Bernkastel-Kues und dem polnischen Otmuchow (Partnerstadt der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues) wohlbehalten aus Israel zurückgekehrt. Dort hatten sie sich an Ausgrabungsarbeiten der vorchristlichen Hafenstadt Yavneh-Yam beteiligt, aber auch ein umfangreiches Besuchs- und Informationsprogramm absolviert (der TV berichtete).Projektleiterin Renate Khoschlessan hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen aus Deutschland, Polen und Israel (Juden und Araber) zusammenzubringen und damit zumindest eine kleine Friedensbotschaft auszusenden. 2004 war sie schon einmal mit einer Gruppe von Deutschen und Polen in Israel. Khoschlessan zieht ein positives Fazit der zweiwöchigen Reise. Zusammenleben und die Arbeiten seien problemlos über die Bühne gegangen. Leider seien die arabischen Jugendlichen erst in der zweiten Woche dazugestoßen. Es sei aber festzustellen, dass das Verhältnis zwischen den jüdischen und arabischen Teilnehmern schwieriger geworden sei. Die Gäste aus Deutschland und Polen mischten sich da nicht ein. "Wir wollten nicht ins politische Lager abgleiten", sagt Khoschlessan. Für die Deutschen und Polen waren es unvergessliche zwei Wochen. "Faszinierend", sagt Nina Bögershausen. Die 25-jährige Studentin hat ein "ganz normales Land und ganz normale Leute" kennengelernt. "Obwohl die Konflikte zu spüren sind", sagt sie. Angst habe sie zu keinem Zeitpunkt verspürt. Jaroslaw Siudak aus Otmuchow berichtet von "sehr guten Erfahrungen". Probleme seien unmittelbar gelöst worden. "Ich bin froh, dass ich an dem Projekt teilnehmen konnte." Auf dem Programm standen unter anderem Besuche in Jerusalem (mit der Yad-Vashem-Holocaust-Gedenkstätte), in Nazareth, in arabischen Dörfen und bei arabischen Familien und in einem Kibbuz. Renate Khoschlessan ist in Israel ermuntert worden, junge Leute aus Deutschland, Polen und Israel auch einmal in der Region Bernkastel-Kues zusammenzubringen. Dafür müssen sich allerdings so manche Geldbeutel öffnen. Der gerade abgeschlossene Aufenthalt hat etwa 26 000 Euro gekostet, die durch Zuschüsse und Spenden aufgebracht wurden. Frühestens 2009 könne das nächste Projekt gestemmt werden.