GLAUBE IM ALLTAG

Nach einer strapaziösen Reise oder nach einem anstrengenden Arbeitstag bin ich immer froh, wenn ich endlich zu Hause in meiner Wohnung bin. Ein geschützter Lebensraum, in dem ich abschalten, mich entspannen und erholen kann.

Ein Zuhause bedeutet auch, beheimatet zu sein, einen Platz zu haben, wo ich hingehöre. Das scheint ein urmenschliches Bedürfnis zu sein. Als die zweijährige Elisabeth nach einem zweitägigen Aufenthalt bei den Großeltern wieder bei ihren Eltern ist, sagt sie freudestrahlend "Daheim"! Für demenzkranke Menschen ist Heimweh ständiges Thema, wie Arno Geiger es eindrücklich in seinem Buch "Der alte König in seinem Exil" beschreibt. Die Sehnsucht nach einem eigenen Zuhause nutzt sogar die Werbebranche: "Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause". Dieser Slogan könnte von Jesus erfunden worden sein. Im Johannesevangelium verspricht er seinen Jüngern beim Abschied: "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten" (Joh 14, 2). Für mich ist das eine mutmachende Botschaft und zugleich eine Verpflichtung, sich dafür einzusetzen, dass Menschen Raum zum Leben haben - im vielfältigen Sinn - nicht nur am morgigen Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der an die Millionen von Menschen erinnert, die auf der Flucht sind. Gregor Lauterbach, Dekanatsreferent im Dekanat Wittlich

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