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Hüttendorf beim Schwänzchesmarkt

Hüttendorf beim Schwänzchesmarkt

Unter neuer Führung will der Morbacher Gewerbe- und Verkehrsverein den traditionellen Weihnachtsmarkt aufwerten. Er findet am Freitag, 2. Dezember, und am Samstag, 3. Dezember statt. Die Stände werden in einem Rundkurs aufgestellt, das Angebot des Krammarktes soll erweitert werden.

Morbach. Nach dem Führungswechsel im Morbacher Gewerbe- und Verkehrsverein im Frühjahr soll nun der Weihnachtsmarkt neu organisiert werden. Im April wählte der Verein Michael Pauly (Pauly Elektrotechnik) und Michael Rahn (Hotel St. Michael) in den Vorstand (der TV berichtete). Michael Pauly erläutert, was sich verändern soll. "Wir wollen einen Rundlauf entwickeln, der die einzelnen Veranstaltungsorte besser verbinden soll", sagt Pauly. Die Hauptneuerung des Konzeptes ist die Verlegung des traditionellen Schwänzchesmarkts. Dieser traditionelle Krammarkt war früher rund um die Kirche und soll in diesem Jahr auf dem großen Parkplatz in der Bernkasteler Straße stattfinden. "Damit können wir Weihnachtsmarkt und Schwänzchesmarkt miteinander verbinden", sagt Pauly. Die Besucher werden dabei durch zwei speziell angefertigte Eingangstore willkommen geheißen.
Bei der Auswahl der Standbetreiber werde vermehrt auf ein weihnachtliches Warenangebot geachtet, versichert Pauly. Mit dem neuen Konzept soll die Attraktivität des Marktes verbessert werden. "Vor den Geschäften werden erneut Bilddrucke mit historischen Fotos ausgestellt, um zu zeigen, wie die Geschäfte früher ausgesehen haben. "Wir wollen damit einen atmosphärischen Rundlauf schaffen. Dabei arbeiten wir mit vielen Morbacher Gewerbetreibenden und Vereinen zusammen." Am Freitag, 2. Dezember, und Samstag, 3. Dezember, wird ein Hüttendorf mit 18 Ständen in der Biergasse und am Unteren Markt geboten, an das sich der Schwänzchesmarkt anschließt, der nur am 3. Dezember stattfindet. Einen verkaufsoffenen Sonntag gibt es hingegen nicht.
Im Angebot sind weihnachtliche Dekoartikel, Geschenkartikel, Schmuck und natürlich Glühwein und verschiedene Imbissstände. "Für die kleinen Besucher kommt natürlich auch der Nikolaus am 3. Dezember", versichert Pauly. Auch die Einzelhändler in Morbach werden besondere Angebote machen. Dazu zählt auch ein neues Weihnachtsgewinnspiel des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Dazu gibt es am Samstag, 3. Dezember, 18.30 Uhr, eine Sonderziehung am Unteren Markt. Für die musikalische Unterhaltung sorgen der Musikverein Morbach, DJ Sascha mit poppigen Weihnachtsliedern und Hans-Uwe Wagner mit Saxofonmusik. Parkplätze stehen den Besuchern am Platz Pont-sur-Yonne, Am Oberen Markt und entlang der Bahnhofstraße zur Verfügung. Für Pauly ist dieser Weihnachtsmarkt ein erster Schritt, den Markt attraktiver zu machen. "Wir können natürlich nicht mit den großen Weihnachtsmärkten in der Umgebung konkurrieren. Deshalb setzen wir aber auf die gemütliche Atmosphäre und auch auf regionale Produkte."
Extra

Freitag, 2. Dezember:17 Uhr: Eröffnung des Weihnachtsmarktes; 19 Uhr: Saxofon-Musik mit Hans-Uwe Wagner; Samstag 3. Dezember:10 Uhr: Eröffnung des Weihnachtsmakrtes und des Schwänzchesmarktes, 12 Uhr: Der Nikolaus besucht mit Knecht Ruprecht den Weihnachtsmarkt, 14 Uhr: Hans Schleder erzählt Weihnachtsmärchen. 16 Uhr: Weihnachtliches Platzkonzert mit dem Musikverein Morbach, 17 Uhr: Winterkliche Klänge mit DJ Sascha, 18.30 Uhr: Sonderziehung der Weihnachtsverlosung.Extra

Neben der traditionellen Landwirtschaft waren für die Entwicklung Morbachs zu einem zentralen Ort in der Region ein vielseitiger Handel, Handwerk, Gewerbe und seit dem 19. Jahrhundert Industrie wichtige weitere Voraussetzungen, erklärt der Morbacher Hobbyhistoriker Berthold Staudt. Im 19. Jahrhundert zählte man zwölf Kram- und Viehmärkte. Von der alten Markttradition sind der Wochenmarkt und der Krammarkt kurz vor Weihnachten übriggeblieben. Da dieser Markt früher mit den Hausschlachtungen zusammenfiel, machten sich die jungen Bauernburschen einen Spaß daraus, ahnungslosen Zechern unbemerkt ein frisches Schweineschwänzchen mittels Draht oder Nadel hinten an das Jackett zu heften. So ging dieser anschließend arglos mit dem baumelnden Schweineschwänzchen am verlängerten Rückgrat über den Markt und sorgte für Heiterkeit unter den anderen Marktbesuchern. Daher stammt der Name "Schwänzchesmarkt". hpl