Jetzt geht es an die Bekämpfung der Austriebsschädlinge

Jetzt geht es an die Bekämpfung der Austriebsschädlinge

In seinem ersten Rebschutzdienst dieses Jahres weist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel die Winzer auf die anstehenden Austriebsspritzungen in den Weinbergen hin.

Bernkastel-Kues. (red) Ein sehr kalter und langer Winter beschert den Winzern ein späteres Erwachen der Natur. Die derzeit kühle und nasse Witterung sowie die Vorhersage für die Ostertage mit mäßig warmem Schauerwetter, hält die Rebentwicklung noch zurück. Mit Erreichen des Rebstadiums Knospenschwellen können dann im Einzelfall Rebschutzmaßnahmen erforderlich werden.

Kräuselmilbe: In den letzten Jahren kam es in Junganlagen vermehrt zu Kräuselmilbenbefall. Hier fehlen noch die Raubmilben als natürliche Gegenspieler der Schadmilben. Nur eine frühe Behandlung (ES 01 Beginn des Knospenschwellens bis spätestens ES 05 Wollestadium) mit einem genehmigten Netzschwefelpräparat (zum Beispiel Thiovit Jet mit 3,6 Kilogramm pro Hektar, kombiniert mit einem Rapsöl, z.B. Micula mit 8 Liter/ha) lässt einen guten Erfolg gegen die Kräuselmilben erwarten. Bei Erscheinen des ersten Grüns darf wegen Verbrennungsgefahr kein Öl mehr zugesetzt werden. Die nachhaltigste und preisgünstigste Lösung der Milbenprobleme ist eine Ansiedlung von Raubmilben. Hinweise in der Rahmenempfehlung 2010 im Internet unter www.dlrmosel.rlp.de.

Rote Spinne: Bei mehr als durchschnittlich 30 Wintereiern pro Knoten wird ein Mineralöl (z. B. ParaSommer mit 4 l/ha, Promanal Neu mit 8 l/ha) oder ein Rapsöl (z. B. Micula mit 8 l/ha) zwischen dem Knospenschwellen und dem Entfalten des ersten Blattes empfohlen.

Rhombenspanner: Bei ansteigenden Temperaturen ist mit Knospenfraß zu rechnen. In den letzten Jahren wurde lediglich vereinzelt ein nennenswerter Fraß durch Rhombenspanner an Knospen beobachtet. Bei Fraßschäden, welche durch den Rhombenspanner verursacht werden, können Mimic (0,2 l/ha), SpinTor (0,04 l/ha) oder Steward (0,05 kg/ha) eingesetzt werden.

Hinweis für Pheromonanwender: Die aktuellen Temperatursummen nach dem Neustädter Modell betragen zur Zeit (31.03.2010) 344 Grad in Kanzem, 339 Grad in Bernkastel und 348 Grad in Winningen. Das Ausbringen der Pheromondispenser muss vor dem Erreichen der Temperatursumme von 620 Grad Celsius erfolgt sein. Die Temperatursummen können im Internet unter www.dlrmosel.rlp.de eingesehen werden.

Neue Genehmigungen:

Confidor WG 700: Wirkstoff Imidacloprid, gegen Schildlaus in Ertragsanlagen mit maximal 1 An wendung nach der Blüte, Aufwandmenge 0,16 kg/ha, Wartezeit 35 Tage. Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft. Es darf nicht auf blühende Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für blühende Unkräuter.

Mimic: Wirkstoff Tebufenozid, gegen Rhombenspanner mit max. 1 Anwendung und gegen Springwurm mit max. 2 Anwendungen, Basisaufwandmenge 0,2 l/ha,

F. SpinTor: Wirkstoff Spinosad, gegen Ohrwürmer in Ertragsanlagen, mit max. 2 Anwendungen nach der Blüte, Aufwandmenge max. 0,16 l/ha, Wartezeit 14 Tage.

Devrinol FL: Wirkstoff Napropamid gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter (ausgenommen Klettenlabkraut), Ackerfuchsschwanz und Einjähriges Rispengras, Anwendung in Junganlagen nach dem Pflanzen, vor dem Austrieb, mit max. 1 Anwendung mit 2,75 l/ha.

GIBB3: Ab 1. April .2010, befristet auf 120 Tage. Die Genehmigung ist auf die Anwendung gegen Essigfäule und auf die Sorten Spätburgunder, Grauburgunder, Weißburgunder, Schwarzriesling und Portugieser beschränkt.

Herbizideinsatz: Katana darf von April bis Juni eingesetzt werden, allerdings im April nur als Streifenbehandlung. Bei Herbizidanwendungen dürfen die Mittel nur innerhalb von Rebflächen eingesetzt werden.