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Prozess: Kindesmissbrauch in Bernkastel-Wittlich – 213 Taten in fünf Jahren

Prozess : Kindesmissbrauch in Bernkastel-Wittlich – 213 Taten in fünf Jahren

Am Landgericht Trier ist am Dienstag der Prozess gegen einen 33-jährigen Mann eröffnet worden. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2013 und 2018 im Landkreis Bernkastel-Wittlich ein minderjähriges Mädchen 112 Mal schwer genötigt und 95 Mal vergewaltigt zu haben.

Außerdem soll er sie zwei Mal gezwungen haben, Sex mit fremden Männern zu haben. Insgesamt werden ihm 213 Taten zur Last gelegt. Das Opfer war zu der Tatzeit zwischen zwölf  und 18 Jahren alt. Daher muss er sich wegen Kindesmissbrauchs verantworten. Der mutmaßliche Täter befindet sich  seit November 2018 in Untersuchungshaft.

In der Verhandlung am Dienstag wurde die Anklage verlesen, außerdem äußerte sich der Mann zu seinem Lebenslauf. Er  stammt aus einem Dorf in Indien. Während des Prozesses wurde er von einem Dolmetscher unterstützt, der ihm die Anklage übersetzte und bei Schwierigkeiten bei den Aussagen zu seinem Lebenslauf half.

Der mutmaßliche Täter wurde 1986 geboren. Er stammt aus einem Dorf in Indien, machte nach der Schule eine Ausbildung als Masseur und arbeitete danach einige Jahre als Taxifahrer. 2008 machte er sich nach Europa auf. Nach vier Jahren in Griechenland beantragte er in Deutschland Asyl und arbeitete seitdem im Kreis Bernkastel-Wittlich in einem Imbiss. Kurz vor Ende der Verhandlung wies die zuständige Richterin den Angeklagten darauf hin, dass es ihm positiv ausgelegt werde, wenn er sich zu den Vorwürfen äußere und die Geschädigte nicht aussagen muss. Eine solche Aussage sei für sie sehr unangenehm. Ob Zeugen oder Opfer angehört werden, ist bisher noch nicht klar.

Weitere Verhandlungstermine sind für den 7., 9. und 17. Mai geplant.