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Morbach investiert große Summen für die Kleinen

Morbach investiert große Summen für die Kleinen

Die Gemeinde Morbach investiert in diesem Jahr zwei Drittel ihres Geldes in den Ausbau der Kindertagesstätten. Um Straßen instand zu halten, wird etwas mehr Geld ausgegeben als im Vorjahr. Leicht steigen werden die Wassergebühren.

Morbach. Bei der Haushaltsdebatte des Morbacher Gemeinderats wurde es gegen Ende der fast dreistündigen Sitzung empfindlich kühl. Doch war es nicht der Sparwille, der sich an dieser Stelle zeigte, es lag wohl eher an der Technik. Kühl war auch die Stimmung nicht, denn der Haushalt traf auf große Zustimmung. Es gab lediglich eine Gegenstimme.
Lob für Prioritätenliste


Eine Besonderheit in diesem Jahr: Im Vorfeld hatten Verwaltung und Fraktionen zusammen eine Prioritätenliste für die Investitionen erstellt. Dies führte zwar zu einer Verzögerung, doch lobten die Fraktionen durchweg das Vorgehen. Es habe ihnen besseren Durchblick und mehr Mitsprache verschafft, hieß es. Investitionen von rund einer Million Euro seien so nach hinten verschoben worden.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr müssen die Morbacher dennoch mit einem, wenn auch überschaubaren Fehlbetrag kalkulieren. Die Schulden steigen zudem von 3,9 Millionen auf 5,28 Millionen Euro (siehe Extra). Investiert wird in erster Linie in den Ausbau der Kindergärten für unter Dreijährige, und zwar in Bischofsdhron, Gonzerath, Hundheim, Morbach, Morscheid und Weiperath. Bürgermeister Andreas Hackethal sagte, dass 68 Prozent der Netto-Investitionen (2,4 Millionen Euro) für den Nachwuchs ausgegeben würden - im Vorjahr waren es 54 Prozent.
Der Verwaltungschef befürwortete diese Ausgaben für die "Zukunftsfähigkeit der Familien", kritisierte jedoch, dass das Land sich zu wenig an den Kosten beteilige.
Etwas mehr Geld als im Vorjahr will die Gemeinde für die Instandhaltung der Straßen und Gehwege ausgeben: 140 000 Euro statt 115 000 Euro sind eingeplant.
Auch die Ortsbezirke erhalten etwas mehr: Die Gemeinde zahlt einen Sonderbetrag von 102 000 Euro, um "Unterhaltungsstaus" abzubauen. Zum Thema Museen verkündete Hackethal positive Nachrichten: Beim Archäologiepark Belginum wird künftig eng mit dem Landesmuseum in Trier und der dortigen Uni zusammengearbeitet. Die Hochschule wird sogar die Hälfte der Kosten für die Stelle der Leiterin Rosemarie Cordie übernehmen.
Für die Bürger negativ zu Buche schlagen wird eine Erhöhung der Wassergebühren (siehe Extra). Hackethal kündigte zudem an, dass ein Gesamtkonzept zum Thema Bauland nach intensiver Vorarbeit "in Bälde" angegangen werde. Er erinnerte an das Ziel, dass Morbach bis 2020 energieautark sein wolle und dass dafür die Windkraft ausgebaut werde, jedoch nicht an allen sieben möglichen Standorten.
Kritik und Anregungen


Trotz breiter Zustimmung zum Haushaltsplan gab es auch Kritik und Anregungen. Jürgen Jakobs (CDU) forderte den Bürgermeister auf, auf die Firma, die das schnelle Internet in Wenigerath bis März ausbauen wollte, zuzugehen. Es tue sich wenig. Er sprach sich dafür aus, das Thema Energiespeicherung, das die Firma Juwi ursprünglich vor Ort umsetzen wollte, anzugehen. Das Ziel: Morbach soll weiter Vorreiter bleiben. Achim Zender (FWM) stieß ins gleiche Horn. Juwi solle endlich sagen, wo es langgehe.
Der Hoxeler forderte zudem mehr Beachtung für das Thema demografischer Wandel. Die Gemeinde müsse im Dialog mit den Bürgern eine Strategie für die Daseinsvorsorge entwickeln. Er machte sich zudem für den Neubau eines Altenheims in Morbach stark.
Uwe Andretta (Grüne) kritisierte die hohen Energiekosten der Gemeinde. Mit einem Energiekataster und Energiemanagement, das die Grünen seit Jahren forderten, ließen sich alle Verbraucher überwachen, und fünfstellige Mehrkosten, wie sie durch einen Defekt im Belginum aufgetreten seien, wären früher aufgefallen.Extra

Einnahmen im Ergebnishaushalt: 25,25 Millionen Euro Ausgaben: 25,67 Millionen Euro Fehlbetrag: 423 460 Euro Investitionen: 4,01 Millionen Euro Schuldenstand Ende 2013: 5,28 Millionen Euro. maiExtra

Die Wassergebühr für 2013 steigt in der Gemeinde Morbach um 0,15 Euro pro Kubikmeter auf 1,327 Euro. Auch die wiederkehrenden Beiträge und der Einbau der Wasserzähler werden teurer. Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen und einem Verbrauch von 140 Kubikmetern bedeutet dies laut Verwaltung Mehrkosten von 33,42 Euro pro Jahr. Bürgermeister Andreas Hackethal hat darauf hingewiesen, dass Morbach mit seinen Gebührensätzen im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden die günstigste Kommune sei. mai