Nähen und bauen bis in die Nacht

Die Karnevalisten der Region strengen sich nicht nur für ihre Kappensitzungen mächtig an. Sehr viel Herzblut stecken sie auch in die Vorbereitung ihrer Karnevalsumzüge. Der TV hat sich umgehört, welche Mühen damit Jahr für Jahr verbunden sind.

Veldenz/Longkamp/Ürzig. Für viele närrisch Aktive sind Karnevalsumzüge erst mit etlichen großen Wagen perfekt. Für andere macht die Vielfalt möglichst selbst geschneiderter Kostüme einen gelungenen Lindwurm aus. Doch eines gilt für sie alle: Sie investieren sehr viel Arbeit und Freizeit in ihr Engagement.
Vor Weihnachten angefangen


Bei den "Grafschafter Narren" rattern seit Wochen die Nähmaschinen im "Näh-Studio" von Doro Berg. Kurz vor Weihnachten haben die Frauen um Andrea Krämer und Elisabeth Kruft angefangen. Seither werden Knöpfe angenäht, wird Tüll aufgereiht, werden Bommeln gemacht und Stoffe zugeschnitten und mit Strasssteinchen verziert. Dass sie samt Bollerwagen als blau-weiße Veldenzer Narren unterwegs sein werden, wussten sie schon voriges Jahr.
Kassierer Marco Schaaf geht davon aus, dass erneut rund 20 Fußgruppen und Wagen dabei sein werden an Weiberdonnerstag, 16.11 Uhr. Eine beachtliche Leistung für den jungen Verein, dessen erster Umzug vor drei Jahren war und der dieses Jahr zu seiner dritten Kappensitzung einlud.
In Ürzig sind alte Hasen am Werk. Ihr Nachtumzug startet Samstag, 9. Februar, um 18.33 Uhr.
Viele haben immer schon ab Anfang Dezember an ihren Wagen gewerkelt, weiß Elferrat Andreas Binge. Seine Gruppe legt erst zwei Wochen vor dem Umzug los: "Aber dann powermäßig jeden Abend bis in die Nacht." Es fehle an genügend Unterstellmöglichkeiten wie Scheunen oder Kelterhallen. Ein Umzug dieser Größer - mit mindestens 30 Wagen und Fußgruppen auch aus anderen Gemeinden - mache schon viel Arbeit. Es sei viel zu organisieren und zu beschaffen: Baumaterial, Farben, Wurfgut, Kostüme und Requisiten. "Da muss jeder anpacken, der sich bereiterklärt, mitzumachen."
Auch in Longkamp sind Profis am Werk. Wenn der Umzug am Sonntag, 10. Februar, 14.11 Uhr, startet, liegen harte Wochen hinter den Aktiven. Manche bauten praktisch das ganze Jahr über, weiß Ortsbürgermeister und Musikvereinsvorsitzender Franz-Josef Klingels. Die meisten legten aber erst ab Ende November los.
In den zwei Wochen vor dem Umzug würden dann viele Abendschichten einlegen, um rechtzeitig fertig zu werden. Alle Wagen würden neu aufgebaut, mit aktuellen Motiven und die Qualität sei "toll, sehr innovativ und hoch technisch".
Mit den Nachbarorten Kommen und Wederath stellten sie in diesem Jahr allein zehn Wagen. Einschließlich der Fußgruppen rechnet er mit an die 30 Positionen.

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