Rendezvous mit dem Notarzt

WITTLICH. Seit Beginn des Jahres gibt es beim Deutschen Roten Kreuz eine neue Struktur bei Einsätzen, zu denen ein Notarzt gerufen wird. "Rendezvous" nennt sich das neue System, dass jetzt das Wittlicher Krankenhaus vorgestellt hat.

Wenn ein Notarzt gerufen wird, geht es häufig um Leben und Tod. Jede Minute bis zum Eintreffen der Rettungsassistenten und des Arztes zählt. Um eine möglichst schnelle Hilfe zu gewährleisten, hat das Rote Kreuz das Rettungssystem kürzlich umgestellt. Beim "Rendezvous" kommt der Rettungswagen von der nächstmöglichen Rettungswache, der Arzt dagegen mit einem speziell ausgerüsteten Auto vom nächsten Krankenhaus. "Damit sind wir flexibler", begründet der Notarzt Marius Dehne das neue System.Der Rettungswagen ist meist zuerst da

Der Rettungswagen könne oft schneller vor Ort sein, weil die Entfernung geringer sei. Nach der Erstversorgung des Patienten sei der Arzt dagegen wieder frei, um zu einem möglichen anderen Einsatz zu fahren, während die Rettungsassistenten den Kranken transportieren. Besonders im ländlichen Raum, wo oft lange Strecken zurückzulegen seien, mache das Sinn, macht Dr. Dehne deutlich. Auch der Arzt Detlef Krupp hat positive Erfahrungen mit dem neuen System gemacht. "Der Rettungswagen war immer vor uns da", machte er die Vorzüge der kürzeren Wege deutlich. Um den Notärzten die Arbeit zu erleichtern, werden für den Bereich des Verbundkrankenhauses Bernkastel-Wittlich zwei Fahrzeuge mit spezieller einheitlicher Ausrüstung angeschafft. Mitte März hofft das Krankenhaus die neuen Autos einsetzen zu können. Sie sollen identisch sein mit dem Wagen, der schon in Daun im Einsatz ist. "Wir haben das System nicht erfunden, sondern wir setzen es jetzt auch hier ein", erklärt Dehne. Das System sei schon in anderen Rettungsdienstbereichen erfolgreich erprobt worden. Ein Notarztfahrzeug soll in Bernkastel-Kues stationiert sein, das andere in Wittlich. Dazu kommt zu Einsätzen von Notärzten noch der Hubschrauber Christoph 10 hinzu. Die weitere notärztliche Versorgung ist durch niedergelassene Ärzte gesichert. Die Notärzte im Verbundkrankenhaus seien alles Fachärzte für Anästhesie, erklärt Dehne. Diese Fachrichtung sei traditionell mit der Notfall- und der Intensivmedizin verbunden. Neben diesen Ärzten wird auch in den Notarztwagen immer noch ein Rettungsassistent mitfahren.