Volksbank Hunsrück Nahe muss Filiale schließen

Volksbank Hunsrück Nahe muss Filiale schließen

Die Niedrigzinsphase zwingt Banken zu Sparmaßnahmen: In Longkamp wird Geschäftsstelle aufgegeben, in Irmenach soll ein Automat entfallen.

Longkamp/Irmenach Die Volksbank Hunsrück-Nahe (Bilanzsumme 1,22 Milliarden Euro, 270 Mitarbeiter, 24 700 Mitglieder) mit Sitz in Simmern reduziert ihr Filialnetz. Davon betroffen ist auch Longkamp. Dort gibt das Geldinstitut die Zweigstelle zum Ende dieses Jahres auf.
Ebenfalls geschlossen werden Filialen in Argenthal (Rhein-Hunsrück-Kreis), Brücken, Kempfeld und Heimbach (Landkreis Birkenfeld). Eine Filiale in Birkenfeld, wo sich eine weitere Zweigstelle in unmittelbarer Nähe befindet, ist bereits geschlossen.

Wichtigster Grund für diese Entscheidung sei die wachsende Digitalisierung im Bankgeschäft, sagt Erik Gregori, Vorstandsmitglied der Volksbank Hunsrück-Nahe. "Die Nachfrage nach Terminen in der Bank geht radikal nach unten", berichtet er. Hinzu kämen die anhaltende Niedrigzinsphase, die die Banken zu Einsparungen zwinge und die wachsende Regulatorik in der Bankenbranche.

Ein Trost für Longkamp: "Die SB-Komponenten wie Geldautomat und Kontoauszugsdrucker bleiben in der Geschäftsstelle", sagt Gregori.

Darauf müssen die Irmenacher Bürger künftig verzichten. Denn die SB-Komponenten werden dort abgebaut. Erhalten bleibt laut Gregori die Zweigstelle in Kleinich. Denn die Bank wolle lokal vor Ort bleiben, sagt er. "Wenn nötig, kommen wir auch zu den Leuten", verweist das Vorstandsmitglied auf das Serviceangebot der Bank.

Der Longkamper Ortsbürgermeister Franz-Josef Klingels bedauert auf der einen Seite die Entscheidung der Volksbank Hunsrück-Nahe, über die er vorab informiert worden war. "Für den Ort ist das negativ", sagt er. Andererseits kann er die Entscheidung des Instituts nachvollziehen. Die Zwänge für die Banken seien da. Sie würden überall in Deutschland Zweigstellen schließen. Klingels: "Wenigstens lassen sie die Automaten vor Ort."

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