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Auf der Marienburg bleibt die Küche kalt

Die Marienburg bei Pünderich/Reil ist ein beliebtes Ausflugsziel. Betreiber des dortigen Restaurants und Cafés ist die Trägergesellschaft Bistum Trier. In dieser Saison blieb das Lokal bisher geschlossen. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon
Die Marienburg bei Pünderich/Reil ist ein beliebtes Ausflugsziel. Betreiber des dortigen Restaurants und Cafés ist die Trägergesellschaft Bistum Trier. In dieser Saison blieb das Lokal bisher geschlossen. TV-Foto: Archiv/Winfried Simon
Die Marienburg ist eines der beliebtesten Ausflugziele an der Mosel. Viele Urlauber wandern hinauf und genießen den tollen Ausblick. Gerne würden sie hoch über dem Moseltal einkehren. Doch ihre Hoffnung auf einen Kaffee oder einen Imbiss wird derzeit enttäuscht.

Zell/Pünderich/Reil. (pl) Die Tourismussaison hat längst begonnen, doch das Restaurant an der Zeller Marienburg ist immer noch geschlossen. "Wir werden bald öffnen", sagt Jürgen Kast, Geschäftsführer der Trägergesellschaft Bistum Trier (TBT), die das Restaurant betreibt. Kast ist jedoch misstrauisch gegenüber der Presse. "Ich bin bei diesem Thema schon so oft falsch zitiert worden, dass ich nicht sagen werde, wann genau wir öffnen." Nur so viel verrät er: Von 11 bis 18.30 Uhr soll das Restaurant für Besucher offen sein. Derzeit bittet ein Schild an der Tür potenzielle Gäste um Verständnis, dass das Lokal nicht wie geplant am 1. Mai öffnen könne, weil keine Mitarbeiter gefunden worden seien.

Dieses Verständnis wollen jedoch nicht alle Wanderer aufbringen. "Die Marienburg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Viele sind verärgert, wenn sie hochgewandert sind und dann vor verschlossenen Türen stehen. Das ist keine gute Werbung für die Region", sagt Petra Prem.

Auch Karl Heinz Simon, Bürgermeister der VG Zell, hat schon oft den Unmut der Einheimischen und Touristen vernommen. "Die Leute regen sich richtig auf", sagt er und fügt hinzu: "Zu Recht."

Auch in den Vorjahren sei das Restaurant immer erst geöffnet worden, wenn die Saison schon angefangen habe, berichtet Simon. Der Bürgermeister hat bereits Briefe geschrieben an TBT-Geschäftsführer Kast und an Weihbischof Jörg Michael Peters - und erhielt keine Antwort. Er hofft nun auf ein Gespräch mit TBT-Geschäftsführer Jürgen Kast.

Dieser kann die Aufregung nicht verstehen. "Wir haben vier Jahre lang erfolgreich das Restaurant offen gehabt", erläutert er. Und jetzt gebe es Probleme bei der Personalsuche. "Es ist sehr schwierig, Saisonarbeiter zu finden. Es will ja niemand mehr am Wochenende arbeiten", sagt er.

Ob es bei der komplizierten Personalsuche dann nicht einfacher wäre, das Restaurant zu verpachten? "Wir werden nicht verpachten", macht Kast deutlich. "Außerdem wurde über den ehemaligen Pächter auch gemeckert, weil er das Restaurant oft zu früh geschlossen hat."

Das sieht der ehemalige Pächter anders. "Bei uns lief es gut", sagt Hans-Josef Stadtfeld, der heute Inhaber des Restaurants "Zum Calmont" in Bremm ist. Insgesamt 32 Jahre lang hatten sein Vater, seine Mutter und schließlich er das Restaurant auf der Marienburg gepachtet. "Ursprünglich hieß es, ich könnte dort bleiben, bis ich Rentner bin", erzählt der 53-Jährige.

Doch es kam anders. Als Jürgen Kast TBT-Geschäftsführer wurde, teilte er Stadtfeld mit, dass seine Gesellschaft das Restaurant in Zukunft selbst betreiben wolle. Stadtfeld hatte noch einen Vertrag bis Ende 2003. "Es hieß, wenn ich schon Ende 2002 aufhöre, bekomme ich noch Geld für mein Inventar. Wenn nicht, könnte ich es mitnehmen", beschreibt Stadtfeld die Situation, in der "mir die Pistole auf die Brust gesetzt wurde". Mitnehmen wollte er das Inventar nicht, weil in seinem Bremmer Restaurant dafür kein Platz war. Also stimmte er der Auflösung des Vertrags zu.