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Zügig von Traben-Trarbach direkt nach Koblenz

Künftig soll die Moselweinbahn von Traben-Trarbach nicht mehr in Bullay ihre Endstation haben, sondern in 71 Minuten bis Koblenz durchfahren. Nicht nur Berufspendler, sondern auch Wanderer und Touristen werden davon profitieren. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Künftig soll die Moselweinbahn von Traben-Trarbach nicht mehr in Bullay ihre Endstation haben, sondern in 71 Minuten bis Koblenz durchfahren. Nicht nur Berufspendler, sondern auch Wanderer und Touristen werden davon profitieren. TV-Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Das neue Konzept "Rheinland-Pfalz-Takt 2015" soll das Angebot im Nahverkehr der Deutschen Bahn (DB) deutlich verbessern (der TV berichtete). Für Traben-Trarbach ist eine Direktverbindung mit der Moselweinbahn nach Koblenz vorgesehen. Überdies soll ein Trans-Regio-Bus von der Doppelstadt zum DB-Bahnhof Wengerohr und weiter nach Wittlich fahren. Von unserer Mitarbeiterin Gerda Knorrn-Belitz

Traben-Trarbach. Mit guten Nachrichten war Thomas Geyer, Verbandsdirektor des Schienenpersonennahverkehrs Nord (SPVN), im Mai nach Kövenig gekommen. Dort wurde mit einer Ausstellung das Jubiläum "125 Jahre Eisenbahn zwischen Bullay und Traben" gefeiert. Eine "spannende Rolle" der Moselweinbahn versprach Geyer im Vorfeld des 7. Deutschen Nahverkehrstages am 18. Juni in Mainz. Dem TV erläuterte er jetzt Einzelheiten."Es ist eine schrittweise Konzeption vorgesehen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll", sagte er. Der Fernverkehr liege in eigener Verantwortung der DB, und der SPVN habe keinen unmittelbaren Einfluss darauf. "Aber den Nahverkehr bestimmen wir." Das bedeutet für Traben-Trarbach in Zukunft eine zügige Direktverbindung nach Koblenz und zurück. Das Konzept sieht eine Verbindung im Stundentakt vor, als Fahrzeit nennt Geyer 71 Minuten. Davon profitieren Berufspendler, aber auch die Touristen werden auf ihre Kosten kommen: "Der Abschnitt Cochem/Traben-Trarbach ist das Herz der Mittelmosel", sagt Geyer. Wichtig sei, dass der Zug in diesem Bereich überall halte. Danach darf er schneller fahren und wird nur in Treis-Karden, Kobern-Gondorf und eventuell in Winningen Station machen.Das neue Konzept sieht auch die Elektrifizierung der 10,6 Kilometer langen Strecke zwischen Traben-Trarbach und Bullay vor. Von Trier soll es künftig eine stündliche Regional-Express-Verbindung nach Koblenz, Luxemburg und Saarbrücken geben. Geyer räumte ein, dass sich da zeitliche Probleme mit der "Eckanbindung" von Traben-Trarbach Richtung Trier nicht vermeiden lassen werden. Abhilfe wird eine Busverbindung zwischen der Doppelstadt und Wittlich schaffen. Der Bus, der nach Angaben von Geyer "mindestens alle zwei Stunden, möglicherweise auch stündlich" eingesetzt wird, soll von Wengerohr weiter nach Wittlich fahren."DB-Regio ist unser Vertragspartner, mit dem wir in Kürze über das geänderte Verkehrskonzept in Verhandlungen einsteigen werden", berichtet der Verbandsdirektor. Die Umsetzung hänge davon ab, wie zügig und reibungslos die Verhandlungen verlaufen. Vorerst bleibt für die Bahnkunden jedoch noch alles beim Alten. "In den nächsten zwei bis drei Jahren wird nichts Gravierendes passieren", ist Geyer überzeugt.Extra Unkraut sprießt weiter: Wenig ansehnlich präsentiert sich der Bahnhof in Traben-Trarbach, wo ungepflegte Rabatten und eine von Unkraut umwucherte Begrüßungsstele die Gäste empfangen. "Das ist leider kein Einzelfall", bedauert SPVN-Verbandsdirektor Thomas Geyer. Hans-Peter Kohl becker vom Bahnhofsmanagement Koblenz sicherte auf Nachfrage des TV zu, sich um die Sache zu kümmern, um sie "schnellstens wieder in Ordnung zu haben". Bislang habe es zweimal pro Jahr einen Grünschnitt gegeben, und die Zyklen seien sogar erhöht worden. Für den Trabener Bahnhof versprach er eine Kontrolle durch das Bahnhofsmanagement Koblenz. (GKB)