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Kein Fahrverbot: Die Luft in Trier ist rein

Kein Fahrverbot: Die Luft in Trier ist rein

Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden in Trier nicht überschritten. Anders als in Mainz oder Koblenz.

Die Luft in Trier ist rein. Das jedenfalls belegen die stündlich aktualisierten Messwerte des Landesamtes für Umwelt. Am Mittwoch um 16 Uhr zum Beispiel wurden pro Kubikmeter Luft 58 Mikrogramm Stickstoffdioxid gemessen. Also 58 Millionstel Gramm pro Kubikmeter Luft. Stickstoffdioxid ist das Gas, das bei Verbrennungen entsteht. In den Innenstädten kommt es vor allem aus den Auspuffen der Autos. In Mainz lag der Wert zur gleichen Zeit an einer Messstelle bei 65 Mikrogramm pro Kubikmeter. Beide Werte liegen deutlich unter dem erlaubten Grenzwert für Stickstoffdioxid von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Trier wurde dieser Grenzwert nach Angaben des Landesumweltamtes in diesem Jahr noch nicht einmal überschritten. Anders in Mainz. Dort wurde der Wert seit Jahresanfang einmal überschritten und zwar am 19. August um 15 Uhr. 314 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden gemessen. Im vergangenen Jahr an einer Messstelle sogar zehn Mal an einer anderen zwei Mal. In Ludwigshafen wurden an einer Station im Laufe des vergangenen Jahres drei Überschreitungen registriert. Erst wenn 18 Mal im Jahr der Grenzwert überschritten wird, gehen die Experten davon aus, dass die menschliche Gesundheit Schaden nehmen könnte. Im Jahresmittel darf der Wert der Stickstoffdioxid-Belastung nicht über 40 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. In Trier lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 30 Mikrogramm, im Jahr davor bei 34. Seit 2006 wird der jährliche Grenzwert in Trier nicht mehr überschritten.

In Koblenz wurden im vergangenen Jahr im Schnitt 43 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen, in Ludwigshafen 46 und in Mainz 53. Das ist der Grund, warum in diesen Städten auch ein Fahrverbot für ältere Dieselautos drohen könnte. Sie gelten als Hauptverursacher hoher Stickstoffdioxid-Belastungen. Die Deutsche Umwelthilfe hat die Stadt Mainz verklagt. Für Koblenz prüft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund), ob er eine Klage einreicht

Bei dem Dieselgipfel des Landes wurde am Mittwoch zugesagt, dass die drei Städte drei Millionen Euro vom Land erhalten, um mit schnell wirksamen Maßnahmen drohende Fahrverbote für Dieselautos zu verhindern. In Trier droht ein solches Fahrverbot nicht. Trotzdem sieht der Bund Handlungsbedarf. Auch Belastungen unterhalb von Grenzwerten könnten eine Gesundheitsbelastung darstellen, sagt Michael Ullrich, Referent für Umweltschutz beim Bund Rheinland-Pfalz. Daher könnte, so Ullrich Trier wie Mainz eine sogenannte Umwelt-Zone einrichten. In diesen Zonen dürfen nur Fahrzeuge fahren, die bestimmte Abgasstandards einhalten. Die Fahrzeuge müssen mit grünen Plaketten auf der Windschutzscheibe gekennzeichnet sein.Info: Messstationen in Trier

TV-Leserin Helga Brüning wollte wissen, wo in Trier die Schadstoffe gemessen werden. Es gibt zwei Messstationen: in Trier in der Ostallee unweit des Hauptbahnhofes und im Stadtteil Pfalzel. Das sind die einzigen Messstationen für Luftwerte in der Region. An den Haupteinfallsstraßen in Trier etwa am Moselufer, am Verteilerkreis oder am Trierer Berg wird keine Stickstoffdioxid-Belastung gemessen, obwohl dort das Verkehrsaufkommen zeitweise deutlich höher sein dürfte als in der Ostallee oder in Trier-Pfalzel. Der ehemalige Trierer Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim hatte kürzlich im TV das unzureichende Messnetz kritisiert.

Die aktuellen Luftmesswerte für Rheinland-Pfalz sind im Internet unter www.luft-rlp.de abrufbar.