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Störfall-Kraftwerk Cattenom

Störfall-Kraftwerk Cattenom

Juni, 13.30 Uhr: Über dem Kernkraftwerk Cattenom ist eine dichte schwarze Rauchwolke zu sehen. Ein Trafo im nichtnuklearen Teil der 1986 in Betrieb gegangenen Anlage an der lothringischen Obermosel ist in Brand geraten.

Verletzt wird niemand, radioaktive Strahlung ist nicht ausgetreten. Experten beurteilten den neuerlichen Zwischenfall in der als Pannenreaktor geltenden Anlage aber als durchaus gefährlich. Der auf der achtstufigen atomaren Störfallskala von null bis acht als Stufe 1 (Anomalie) bewertete Zwischenfall reiht sich in eine nicht abreißende Serie von Pannen in Cattenom ein. Auf der Internetseite des Betreibers, des französische Energiekonzerns EDF, werden für 2013 acht Zwischenfälle genannt. Darunter auch einige schwere. Im September muss ein Reaktor abgeschaltet werden, weil ein Haupttrafo ausgefallen war. Im Juli sind 58 000 Liter Salzsäure in die Mosel geflossen, weil eine Ableitung fehlt. Luxemburg, das Saarland und Rheinland-Pfalz fordern die Abschaltung der Anlage. Doch Frankreich macht trotz der Ankündigung den Anteil des Atomstroms zu reduzieren, wenig Hoffnung, dass Cattenom absehbar vom Netz gehen wird. EDF will 3,5 Milliarden Euro investieren, um die auf 40 Jahre begrenzte Laufzeit um weitere 20 Jahre zu verlängern. wie