Nürburgring

Rennstrecke zu verkaufen: Der Nürburgring, eine der berühmtesten Sportstätten der Welt, soll den Besitzer wechseln. Nach jahrelanger Misswirtschaft und dem Skandal um den Bau des 350 Millionen Euro teuren Freizeit- und Geschäftszentrums im Jahr 2009 bangt die Eifel um ein Stück regionale Identität.

Nach der Insolvenz der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH haben Sanierer das Sagen, Thomas B. Schmidt aus Trier und Jens Lieser aus Koblenz. Ihre Aufgabe ist es, im Einklang mit EU-Recht die Rennstrecke an den Mann zu bringen, ob in Paketen - also etwa nur Formel-1-Strecke und Nordschleife zusammen - oder als Ganzes mitsamt der "Kirmes", wie das Freizeitzentrum mit der endlich fahrenden Achterbahn und dem Erlebnisboulevard sowie den Hotels und Restaurants genannt wird. In einem aufwendigen Bieterverfahren schält sich eine Handvoll ernsthafter Interessenten heraus, darunter der Autoteilehersteller Capricorn aus Düsseldorf. Der ADAC ist vorerst nicht darunter. Sehr zum Ärger des Vereins "Ja zum Nürburgring" um dessen Vorsitzenden, ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm, wurde das Angebot des Clubs von den Sanierern als zu niedrig eingestuft. Thomas B. Schmidt und Jens Lieser sind zuversichtlich, in wenigen Monaten Käufer gefunden zu haben, die nicht nur ihr eigenes wirtschaftliches Interesse, sondern auch das Wohl der Region im Sinn haben. Damit die Öffentlichkeit weiter Zugang zum Ring erhält, etwa der Breiten- und Motorsport, hat der Landtag dies in einem Gesetz festgeschrieben. Die Wirksamkeit ist umstritten.fcg

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