1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Jetzt soll ein Sanierungsexperte aus Trier den Nürburgring retten

Jetzt soll ein Sanierungsexperte aus Trier den Nürburgring retten

Der Trierer Sanierungsfachmann Thomas B. Schmidt wird neuer starker Mann am Nürburgring. Der Professor und Fachanwalt für Insolvenz- und Arbeitsrecht soll mit dem Koblenzer Juristen Jens Lieser die Zukunftschancen der zahlungsunfähigen Nürburgring GmbH ausloten.

Die Rettungsbemühungen für die Eifel-Rennstrecke laufen auf Hochtouren. Am Freitag hat die nahezu landeseigene Ring GmbH ihre Finanzprobleme durch einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler offenbart. Schon heute könnte das Gericht nach TV-Informationen dem Antrag auf ein Verfahren in Eigenverwaltung stattgeben.
Als Sanierungsexperte ist Thomas B. Schmidt (53), Professor für Wirtschafts- und Insolvenzrecht an der Fachhochschule Trier und zugleich Insolvenzverwalter, auserkoren worden. Der gebürtige Niedersachse war bereits erfolgreich bei den Insolvenzverfahren der regionalen Autohausgruppen Heister und Tix sowie des Kunststoffverarbeiters Tectro (Saarburg) aktiv.
Schmidts Aufgabe: Strategien zur Rettung austüfteln. Es geht auch darum, bis zu 230 direkt betroffene Arbeitsplätze zu erhalten. Dazu bedarf es zunächst einer Bestandsaufnahme der profitablen und unrentablen Geschäftsbereiche. Die Gesellschaft war in Schwierigkeiten geraten, weil Pachtzahlungen der privaten Betreiber Lindner und Richter ausgeblieben waren und die EU-Kommission dem Land Rettungsbeihilfen verweigert hatte.Das Verfahren wird vom Koblenzer Jens Lieser kontrolliert, den das Land als "Sachwalter" vorgeschlagen hat. Er soll die Interessen der Gläubiger vertreten.
Misstrauisch ob des Verfahrens in Eigenverwaltung zeigt sich CDU-Fraktionsvize Alexander Licht. Dieses dürfe "nicht instrumentalisiert werden, um die bisherigen Mauscheleien fortsetzen zu können". Auch stelle sich die Frage, ob die Geschäftsführung, die für die Krise mitverantwortlich sei, im Amt bleiben könne, kritisiert Licht.