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Kunst
Das Amüseum ist auch Marx

Acht Köpfe, eine Ausstellung (von links): Die Künstler Corin Sands (Wiltingen), Cordue, Oni Okeke (Irsch), K. D. Theis (Konz), Christa Blasius (Konz), Lydia Oermann (Köln) sowie Armin Bohn aus Saarburg und Sabine Repplinger (Amüseum).
Acht Köpfe, eine Ausstellung (von links): Die Künstler Corin Sands (Wiltingen), Cordue, Oni Okeke (Irsch), K. D. Theis (Konz), Christa Blasius (Konz), Lydia Oermann (Köln) sowie Armin Bohn aus Saarburg und Sabine Repplinger (Amüseum). FOTO: Sandra Gehlen
Saarburg. Sieben lokale Künstler befassen sich in einer Ausstellung mit dem Marx-Hype.

Die Kaffeetasse am Morgen ziert ein rotes Bild von Karl Marx, ebenso grüßt ein großer Marx auf dem Kapuzenpulli oder wünscht einen geruhsamen Schlaf auf dem Marx-Kissen. Karl Marx ist zu einer Pop-Ikone geworden. Im Gegensatz zu den großen Trierer Ausstellungen, die sich mit Leben und Werk des Philosophen befassen, behandelt die aktuelle Ausstellung im Amüseum in Saarburg das Porträt des Denkers und dessen mediale Nutzung. Sieben Künstler aus der Region präsentieren Malereien, Graphiken und Video-Installationen.

Die Idee zur Ausstellung entstand vor zwei Jahren. Die Künstlerinnen Christa Blasius und Cordula von Heymann stellten die Idee damals der Verantwortlichen für Ausstellungen im Amüseum, Sabine Repplinger, vor, die zunächst wenig begeistert war: „Ich dachte, lieber nicht, denn ganz Trier ist Karl Marx.“ Aber dann überzeugte sie das Konzept, bei dem Marx als Objekt der Verehrung auf der einen und auf der anderen als Zerrbild gezeigt wird. „Karl Marx ist heute eine Projektionsfläche, auf die jeder das zeichnet, was ihm passt“, erklärt Christa Blasius. So sei Karl Marx heute vor allem Label und Konsumartikel.

Die Künstler beschäftigen sich mit unterschiedlichen Techniken und kulturellen Hintergründen mit dem Marx-Hype. „Dabei herausgekommen ist eine spannende Ausstellung“, sagt von Heymann. Parallel zur Ausstellung führt sie das Projekt „Die Kopistin“ mit dem Trierer Karl-Marx-Haus durch. Sie kopiert dort in alter Tradition Stücke der ständigen Ausstellung. Diese Zeichnungen werden dann die Platzhalter, die noch im Eingangsbereich des Amüsums hängen, nach und nach ersetzen. Für die Ausstellung und Cordue, wie sich von Heymann nennt, hat der Komponist und Musiker Burkhard Egdorf eigens eine Komposition geschrieben, die zu Beginn der Vernissage uraufgeführt wurde. „Rumor für Pauken und (zwei) Trompeten“ begeisterte die zahlreichen Besucher. „Das ist schon etwas Besonderes, ein eigens komponiertes Stück für eine Ausstellung“, sagte Franz-Josef Reiter, erster Beigeordnete der Stadt.

Die Ausstellung ist bis zum 12. August im Amüseum zu sehen.