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Leben, Sport und Abenteuer im Dorf auf Zeit

Lange auf der faulen Haut liegen können die Jugendlichen von der Ayler Feuerwehr nicht. Als Gastgeber haben sie viele Sonderaufgaben zu erfüllen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Lange auf der faulen Haut liegen können die Jugendlichen von der Ayler Feuerwehr nicht. Als Gastgeber haben sie viele Sonderaufgaben zu erfüllen. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Ayl. Feuer löschen, Sport treiben, aber auch Spaß haben: Das steht zurzeit für Jungen und Mädchen von 43 Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Trier-Saarburg sowie aus Thüringen und Österreich auf dem Programm. Denn der Kreisfeuerwehrverband hat zum Zeltlager beim Sportplatz in Ayl eingeladen. Während des Treffens wurden der Erwerb der Leistungsspange, sportliche Wettbewerbe und Freizeitaktivitäten angeboten. Herbert Thormeyer

Ayl. Es ist bereits das 17. Jugendzeltlager des Kreisfeuerwehrverbandes Trier-Saarburg und das dritte in der Verbandsgemeinde Saarburg: Rund 600 Jungwehrleute, darunter 70 Mädchen, und ihre Gäste aus Thüringen und Österreich, bauten 53 Zelte auf. Ein neues Dorf auf Zeit ist so am Rande des Ayler Sportplatzes entstanden.
"Das ist die beste Gelegenheit, soziale Kompetenz zu üben und sich einer Gruppe unterzuordnen, was im Ernstfall sehr wichtig werden kann", erklärt Verbandsgemeindebürgermeister Leo Lauer. "Eine Woche lang wurde aufgebaut, ein Jahr lang vorbereitet", beschreibt Wehrleiter Bernhard Klein den Aufwand, der dafür betrieben werden muss.
Für die örtlichen Brandbekämpfer ist es eine Premiere, mit so vielen Zehn- bis 18-Jährigen umzugehen. Ein fester Bestandteil ist die Abnahme der Leistungsspange und der dritten Stufe der Jugendflamme.
Wie bei den Erwachsenen wird dabei der Ernstfall mit einem Einsatz am Brandherd geübt. Hinzu kommt der sportliche Aspekt mit Laufen und Kugelstoßen. "Schnell müssen Feuerwehrleute sein und Kraft haben", begründet Wehrleiter Klein diese Übungen.
Doch in einem Zeltlager ist noch viel mehr los. Da werden das Sportabzeichen abgelegt, Katapulte geschnitzt, Butter in einer Zentrifuge hergestellt und mit viel Spaß ein Wasserbombenwettbewerb gestartet. Schwimmbadbesuche gehören ebenso dazu wie eine Stadtrallye durch Saarburg. Große Aufmerksamkeit erzielt die Drogenhundestaffel des Polizeipräsidiums Trier. Hundeführer Werner Stolz zeigt, wie Schäferhund Torro mit seiner Spürnase in Gepäck Verstecktes findet und im Ernstfall enorme Beißkraft entwickelt. Abends kommt Lagerromantik am Lagerfeuer auf. Für genügend Holz zu sorgen, ist eine Aufgabe der Ayler Jugendwehr. "Wir helfen mit zwölf Mann bei allen Wettbewerben, zum Beispiel der Lagerolympiade, stellen Schiedsrichter und sorgen für Spielmaterial", konkretisiert Fabian Maquingheu (16).
Währenddessen sorgt Herbert Schons mit acht Kameraden der Altersabteilung dafür, dass der Platz immer sauber bleibt. Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Simon und Wehrführer Berthold Hilsamer sind mit Gruppen in der Region unterwegs, um ihnen die Sehenswürdigkeiten - beispielsweise von Trier und Luxemburg - zu zeigen.
Am Samstag, 13. Juli, ist für Historienfans eine besondere Überraschung geplant. Im Vorfeld haben 18 Jugendfeuerwehren römische Streitwagen gebaut, die ab 13 Uhr zum Rennen antreten und auch in einem Schönheitswettbewerb bewertet werden.
Beste Gruppe: Von den elf zur Abnahme der Leistungsspange angetretenen Gruppen hat die Gemeinschaftsgruppe Heddert, Waldweiler, Schillingen am besten abgeschnitten. Mit dabei waren auch eine Gruppe aus Thüringen und zwei aus dem österreichischen Burgenland.
Extra

Fahnenappell am österreichischen Zelt: Die Delegation aus den österreichischen Orten Rust und Rohrbrunn am Neusiedlersee pflegt den Fahnenappell mit Nationalhymne. Für seine 38 Schützlinge, die sich in Uniform nur im Gleichschritt fortbewegen, erklärt das der burgenländische Bezirksjugendreferent Rudolf Karassowitsch so: "Die jungen Leute werden aufrechter und stolzer. Das ist kein Drill und nichts Militärisches, bringt aber mehr Aufmerksamkeit und Konzentration. Das hilft im Ernstfall." Die deutsche Leistungsspange tragen die jungen Österreicher zu Hause mit Stolz, denn sie wird auch im Nachbarland anerkannt. doth