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Trashig bis frickelig

Trashig bis frickelig

Im Rahmen des Kultursommerfestivals „Arbeitsplätze“ veranstaltet die Tufa eine Reihe von Filmvorführungen. Zum Kurzfilmabend „Film Sharing“ fanden sich nur rund 30 Gäste ein, um einer sehenswerten Revue zum Thema „Arbeitswelten“ zu folgen.

(fgg) Eine Telefonistin am Theater rät Anrufern wortreich vom Besuch der „langweiligen“ Stücke ab, und eine Putzfrau ballert Männer ab, die das Sitzgebot auf der öffentlichen Toilette missachten: Diese renitenten Figuren der Arbeitswelt, die aus der geforderten Rolle als Dienstleistungsmarionette ausbrechen, um dreist und frei nach Pipi Langstrumpf „zu tun was ihnen gefällt“, gab es beim „Film Sharing“-Festival in der Tufa zu sehen. Gerade mal 30 Leute fanden sich dazu im großen Saal ein, wohin das ursprünglich als Freiluftveranstaltung gedachte Programm wegen des Wetters verlegt wurde. Immerhin hatten die Besucher so umso mehr Platz, sich in die Sessel oder die bereitgelegten Sitzkissen zu mümmeln, um den zwölf Kurzfilmen aus aller Welt zu folgen, die alle mehr oder weniger zum Themenkomplex „Arbeitswelten / Lebenswelten“ passten.

Das „Film Sharing“-Festival findet seit fünf Jahren statt, und tourt wie ein Zirkus durch die Lande, um Low- und No-Budget-Filmen ein Forum bieten. Meistens sind das frühe Arbeiten von Medienstudenten, manchmal krude und trashig, dann wieder ausgefeilt, voller frickeliger Details: Der Animationsfilm „Südstadt“ etwa, der den alptraumhaften Alltag eines Postboten in einem heruntergekommenen Stadtteil zeigt, dürfte etwa kaum in einem Nachmittag entstanden sein. Der Film „Colleen“, in dem eine Haushaltshilfe sich neue Arbeit sichert, indem sie den Kondomvorrat des Hausherrn mit einer Nadel bearbeitet, vielleicht schon eher. Wobei auch dieser Beitrag auf amüsante Weise zur Solidarität mit dem Underdog, hier der herablassend behandelten Lateinamerikanerin, aufrief. Insgesamt ein sehr kurzweiliger Abend, dem man gerne ein paar mehr Gäste gewünscht hätte.