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Auf dem Weg zur Freibadsanierung

Auf dem Weg zur Freibadsanierung

Das Schweicher Freibad soll nach der Saison 2011 saniert werden. Zunehmende schwere Mängel dulden keinen Aufschub. In einem ersten Schritt wird der Verbandsgemeinderat Schweich am morgigen Donnerstag über die Planungsvergabe entscheiden.

Am Schweicher Freibad haben 20 Betriebsjahre ihre Spuren hinterlassen: Becken und Leitungssystem sind undicht, der tägliche Wasserverlust liegt nach Angaben von Wolfgang Deutsch von der Verbandsgemeinde (VG) bei rund 30 000 Litern.

Dies entspricht etwa dem Inhalt eines 40-Tonnen-Tanksattelzuges. Sorgen bereitet auch die Beckenkachelung, die inzwischen regelmäßig repariert werden muss. Deutsch: "Sollten im laufenden Betrieb größere Schäden an der Beckenverkleidung auftreten, müssen wir das Wasser ablassen und eine wochenlange Reparatur würde folgen. Das wäre dann das Ende dieser Saison."

Seit Jahren ein Thema in den Gremien

Seit Jahren war das marode Freibad regelmäßig Thema in den VG-Gremien. Kopfschmerzen bereitete die Finanzierung einer Rundumsanierung. Auch ein Privatisierungsversuch scheiterte vor Jahren. Ein Investor sollte die Anlage kaufen und in ein Freizeitbad mit Wellnessbereich umbauen. Doch alle Interessenten sprangen ab.

Inzwischen wurden die finanziellen Karten jedoch neu gemischt: Im Zuge der Kommunalreform, bei der die Gemeinde Trittenheim aus der ehemaligen VG Neumagen-Dhron zur VG Schweich wechselt, stellt das Land Fördermittel bereit. Der VG-Verwaltung liegt zur Freibadsanierung bereits eine Förderzusage in Höhe von 40 Prozent vor.

Nicht teurer als 2,5 Millionen Euro

Wie ein rundum saniertes Schweicher Bad künftig aussehen könnte, steht noch nicht fest. Die Maßnahme soll aber die 2,5-Millionen-Euro-Marke nicht überschreiten. Auf Empfehlung des Landes hatte der Bauausschuss das sanierte Freibad Edesheim in der Pfalz besucht.

Dort waren die ehemals gekachelten Becken verkleinert und durch Edelstahlbecken ersetzt worden. Hinzu kamen dort der komplette Austausch der alten Technik und der Einbau von Solarzellen auf allen Dächern, wodurch die Heizkosten erheblich gesunken sind. Optionen auch für Schweich?

In der morgigen VG-Ratssitzung werden zwei Architekten- und Ingenieurbüros ihre Planungsentwürfe zur Diskussion stellen. Beide Planungsgemeinschaften schätzen die Sanierungskosten auf rund drei Millionen Euro. Darin noch nicht enthalten ist die erforderliche Sanierung des Sanitärgebäudes. VG-Sprecher Deutsch: "Um unser 2,5-Millionen-Euro-Limit einzuhalten, müssen die Planer wohl ihre Kreativität spielen lassen."Meinung

Optimistisches Kostenlimit
Für das Schweicher Freibad steht die Uhr auf fünf vor Zwölf. Diese Saison noch - und danach wäre wahrscheinlich Schluss gewesen. Doch dank staatlicher Kommalreforms-Spendierfreude kommt plötzlich Fahrt in das Sanierungsprojekt. Recht optimistisch erscheint dabei die Absicht der Kommunalpolitik, die Kosten auf 2,5 Millionen Euro zu begrenzen. Ob dieses Limit gehalten werden kann, ist fraglich. Unter der alten Bausubstanz sanierungsbedürftiger Großanlagen verbergen sich erfahrungsgemäß oft teure "Überraschungen", die erst während der Bauphase zutage treten. Und dann muss nachgelegt werden. f.knopp@volksfreund.de

Extra: Die Freibäder

Freibad Ruwertal Mertesdorf (drei Becken, 1633 Quadratmeter Wasserfläche): Baujahr 1967, Wiedereröffnung nach Umbau 1978, die Sanierung 2003/2204 kostete 1,136 Millionen Euro, jährlich rund 58 000 Besucher. Kylltalbad Kordel (vier Becken, 1153 Quadratmeter): Baujahr 1979, die Sanierung 2010 kostete rund 2,04 Millionen Euro, jährlich rund 49 000 Besucher. Freibad Hermeskeil (vier Becken, 1203 Quadratmeter): Baujahr 1973, die Sanierung 2007 bis 2008 kostete rund 3,36 Millionen Euro, jährlich rund 33 000 Besucher. Freibad Schweich (drei Becken, 1350 Quadratmeter): Baujahr 1966, Wiedereröffnung nach Umbau 1991, die für 2012/2013 geplante Sanierung soll die 2,5-Millionen-Marke nicht übersteigen, jährlich rund 64 000 Besucher.