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Aufregung in Wintersdorf: Granate gefunden und gesprengt

Aufregung in Wintersdorf: Granate gefunden und gesprengt

Aufregung im Ralinger Ortsteil Wintersdorf: Am Sonntagabend musste eine Weltkriegsgranate gesprengt werden, die ein Ortsbewohner in dieser Woche gefunden mit ins Dorf gebracht hatte.

 Außerhalb des Ortes - an dieser Stelle - wurde die Granate vom Kampfmittelräumdienst gesprengt.
Außerhalb des Ortes - an dieser Stelle - wurde die Granate vom Kampfmittelräumdienst gesprengt. Foto: Feuerwehr

Rund 20 Häuser werden am Sonntagnachmittag evakuiert, die B 418 um 19 Uhr voll gesperrt, die Feuerwehren aus Wintersdorf, Kersch und Ralingen sind mit 41 Mann vor Ort, Polizei und Malteserhilfsdienst mit großem Aufgebot, VG-Bürgermeister Wolfgang Reiland, der Kampfmittelräumdienst sowie eine Entschärfergruppe des LKA - und das am Tag der Erstkommunionfeier in dem Ralinger Ortsteil. Schuld daran: der Fund einer Weltkriegsgranate, die so zerstört ist, dass an eine Entschärfung nicht mehr zu denken ist. Die Granate, so berichtet VG-Wehrleiter Jürgen Cordie am Abend dem TV, hat offenbar ein Dorfbewohner irgendwann im Verlauf der vergangenen Tage gefunden und mit nach Wintersdorf gebracht. Sie ist 25 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von neun Zentimetern, eine deutsche Panzergranate aus dem Jahr 1939. Am Sonntagmorgen berichtet der Finder, ein Familienvater, davon im Freundeskreis.

Doch den Bekannten ist angesichts des Fundes offenbar nicht geheuer, die Polizei wird infomiert, die ihrerseits den Kampfmittelräumdienst an die Sauer beordert. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Granate in einem Schuppen am Ortsrand von Wintersdorf in Richtung Ralingen. Die Experten um den Leiter des Kampfmittelräumdienstes Horst Lenz stellen schnell fest: Sie ist hoch gefährlich. Sie ist so verrostet und beschädigt, dass die Experten sie nicht einmal selbst anpacken wollen, ans Entschärfen ist angesichts des gefährlichen Zünders nicht zu denken. "Nicht handhabungsfähig", nennt Horst Lenz das.

Die Granate soll außerhalb der Ortslage auf freiem Feld kontrolliert gesprengt werden. Doch selbst der Transport aus dem Schuppen dorthin ist Lenz zu heikel, er fordert einen Roboter bei der Entschärfergruppe des Landeskriminalamtes an, der aus Mainz nach Wintersdorf gebracht wird. Mit einem Bagger, der zufällig in dieser Woche auf einer Baustelle im Ortsteil arbeitet, wird in der Nähe des Schuppens auf einem Feld ein passendes Loch gegraben, während die Feuerwehren die Bewohner von Ringstraße, Echternacherstraße und Zum Sauertal auffordern, ihre Häuser ab 19 Uhr zu verlassen. Wer keine andere Bleibe hat, soll sich im Feuerwehrgerätehaus einfinden.

Das Gemeindehaus, das außerhalb des Evakuierungsradius liegt, steht nicht zur Verfügung, weil dort eine Kommunionfeier läuft. Das Feuerwehrhaus bleibt aber leer, alle Bewohner kommen bei Freunden oder Nachbar unter - und hoffen, dass die Experten des Kampfmittelräumdienstes schnell ihre Aufgabe erledigen können. Die Granate wird mit einer Sprengladung 80 Zentimeter unter der Erde verbuddelt, die kurz nach 20 Uhr gezündet wird - der Knall ist in großen Teilen des Dorfes zu hören und sorgt für Erleichterung: Alles ist gut gegangen, die Bewohner kehren in ihre Häuser zurück.